Eine gescheiterte Ehe, selbst gebastelte Schilder und eine Reise bis ins Ausland - dieser Fall sorgte jetzt vor dem Grazer Straflandesgericht für Aufsehen.
Ein Burgenländer wollte die Trennung von seiner Frau offenbar nicht akzeptieren, das schreibt die Kleine Zeitung. Mit Botschaften wie "Ich liebe dich, mein Häschen" und "Ich liebe dich, meine perfekte Prinzessin" auf selbst gebastelten Schildern reiste er sogar nach Kroatien zu den Eltern seiner Ex. Die Übersetzungen ins Kroatische waren allerdings holprig - sehr zum Amüsement im Gerichtssaal.
Richter Andreas Lenz fand klare Worte: "Warum fahren Sie damit nach Kroatien zu den Eltern Ihrer Ex-Frau? Stellen die Schilder dort um Mitternacht auf? Das ist gespenstisch", so die Kleine Zeitung. Der Angeklagte verteidigte sich: "Das ist ein besonderer Ausdruck von Liebe."
Doch für die Ex-Frau war die Situation alles andere als romantisch. "Ich habe Angst vor ihm", sagte sie vor Gericht. Sie schilderte auch frühere Vorfälle, etwa dass er sie im Auto festgehalten oder mit Tabasco vergiften wollte.
Die Beziehung habe einst gut begonnen, so die Frau. Doch später habe er etwas vor ihr verheimlicht und auch Kontakte zu anderen Frauen gehabt. Schließlich zog sie einen Schlussstrich, verließ ihn und zog in die Steiermark.
Der Mann suchte weiter Kontakt - über Dritte, vor ihrem Wohnhaus und sogar bei einem Königreichssaal der Zeugen Jehovas soll er aufgetaucht sein. Vor Gericht zeigte er sich teilweise geständig: "Ich kann vor Gericht lügen. Aber nicht vor meinem Schöpfer."
Am Ende blieb ihm eine Verurteilung erspart. Das Gericht sprach eine Diversion aus - mit zwei Jahren Probezeit und einem klaren Kontaktverbot, auch über Dritte.