"Steuergeldvernichtung"

Nach Jugendcollege-Bilanz – Wiens Opposition übt Kritik

Die Stadt spricht von einem Erfolg für das Wiener Jugendcollege. Die ÖVP fordert mehr Transparenz, die FPÖ verlangt sogar einen Förderstopp.
Wien Heute
17.08.2026, 15:37
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Die neue Bilanz zum Wiener Jugendcollege sorgt für Diskussionen im Rathaus – die Opposition reagiert kritisch auf die präsentierten Zahlen.

Korosec: "Grundsätzlich positiv"

Die Wiener ÖVP bewertet die grundsätzliche Ausrichtung des Jugendcollege positiv, sieht bei den Ergebnissen aber noch offene Fragen. "Die grundsätzliche Stoßrichtung des Jugendcollege ist richtig. Junge Menschen mit Bleibeperspektive müssen möglichst rasch Deutsch lernen, Qualifikationen erwerben und in Ausbildung oder Arbeit gebracht werden", so Sozialsprecherin Ingrid Korosec.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Dass mehr als die Hälfte diesen Schritt geschafft habe und fast 3.000 Menschen keine Mindestsicherung mehr benötigten, sei "grundsätzlich positiv". Korosec schränkt jedoch ein: "Gleichzeitig bedeutet eine Vermittlungsquote von 51 Prozent aber auch, dass bei einem erheblichen Teil der Teilnehmer der entscheidende Schritt in Ausbildung oder Beschäftigung noch nicht gelungen ist."

ÖVP will weitere Daten

Integrationssprecherin Caroline Hungerländer fordert vor allem einen Blick auf die langfristige Entwicklung. "Teilnehmerzahlen und absolvierte Kurse allein sind noch kein Integrationserfolg. Entscheidend ist, wie viele junge Menschen in Ausbildung oder Beschäftigung bleiben und damit langfristig auf eigenen Beinen stehen."

Die ÖVP kündigt deshalb an, weitere Daten zu Kosten, nachhaltiger Beschäftigung und dem langfristigen Ausstieg aus der Mindestsicherung mittels parlamentarischer Anfrage einzufordern. "Bei derart hohen öffentlichen Ausgaben braucht es volle Transparenz über die tatsächlichen Ergebnisse", so Korosec und Hungerländer.

FPÖ fordert Förderstopp

Deutlich schärfer fällt die Reaktion der Wiener FPÖ aus. Sozialsprecher Lukas Brucker bezeichnet das Jugendcollege als "sauteure Steuergeldvernichtungsmaschine". Mittlerweile seien fast 100 Millionen Euro in Jugendcollege und College 25+ geflossen.

Brucker stellt vor allem die Nachhaltigkeit der Vermittlungen infrage. "Jetzt präsentiert Hacker eine angebliche Erfolgsquote von 51 Prozent, verschweigt aber die entscheidenden Fragen: In welche Jobs wurde vermittelt? Wie viele davon sind dauerhafte, existenzsichernde Beschäftigungsverhältnisse? Wie lange bleiben die Teilnehmer tatsächlich in Arbeit?"

"Keinen Cent mehr!"

Auch die Zahl der tatsächlich erreichten Pflichtschulabschlüsse müsse aus Sicht der FPÖ offengelegt werden. Brucker verweist zudem auf Kritik an dem Programm aus der Vergangenheit und stellt die nun präsentierte positive Bilanz infrage. "Und heute soll plötzlich alles ein großer Erfolg sein? Diese Jubelmeldung ist vollkommen unglaubwürdig."

Die FPÖ geht schließlich noch einen Schritt weiter als die ÖVP und fordert ein Ende der Finanzierung: "Keinen Cent mehr für Jugendcollege und College 25+."

{title && {title} } red, {title && {title} } 17.08.2026, 15:37
Weitere Storys