Eine "brave Bürgerin", wie sie im "Heute"-Gespräch betonte, nutzte den ersten Tag in St. Pölten, wählte mit Wahlkarte direkt beim Rathaus. Der Urnengang löste bei ihr aber Unbehagen aus.
Wie berichtet, wurde am Rathausplatz in St. Pölten wieder ein Wahlkartencontainer bereitgestellt. Er steht zu den Bürgerservice-Öffnungszeiten offen.
Gleich als eine der Ersten nutzte die St. Pöltnerin am Mittwoch ihr Wahlrecht, wählte mittels Wahlkarte am Rathausplatz. "Ich muss sagen, ich habe mich so geärgert. Wenn man will, sieht der nachkommende Wähler in der Schlange, was man gewählt hat. Das ist eine bodenlose Frechheit, dass es überhaupt keinen Sichtschutz gibt, ich fühlte mich unwohl und beobachtet, habe mich immer wieder umgedreht, ob wer schaut", so die Betroffene zu "Heute".
Hinzu kommt: Da der Stimmzettel heuer neu gestaltet und deutlich größer ist, könne "schon von der Handführung der Hintenanstehende erahnen, wen man gewählt hat", so die Kritik. Auch Landesrat und FPÖ-Spitzenkandidat Martin Antauer ortete Handlungsbedarf: "Hier wird das Wahlgeheimnis mit Füßen getreten."
Die Stadt reagierte rasch: Bereits am Donnerstag waren die Wahlkabinen mit Vorhängen ausgestattet, wie "Heute" bei einem Lokalaugenschein feststellen konnte.