Trotz "höchster Sicherheitsstandards" gelang es vergangene Woche zwei Männern, im Wiener MAK – Museum für angewandte Kunst ein mit mehr als 600 Diamanten besetztes Collier aus der Ausstellung "Glanzstücke" zu stehlen. Seit dem Raub hat das Museum die Sicherheitsvorkehrungen deutlich verschärft – für Besucher fühlt sich der Museumsbesuch inzwischen fast wie eine Flughafenkontrolle an.
Bereits einen Tag nach dem Coup wurden im Eingangsbereich Sicherheitsschleusen installiert. Seitdem gilt absolutes Taschenverbot: Handtaschen und Rucksäcke müssen an der Garderobe oder in Schließfächern bleiben.
Auch Smartphone, Geldbörse und Uhr müssen vor dem Rundgang in Boxen gelegt und von Securitys kontrolliert werden. Anschließend geht es durch eine Schleuse, wo Besucher mit Scannern auf gefährliche Gegenstände überprüft werden.
Die Maßnahmen sollen voraussichtlich bis zum Ende der Ausstellung am 27. September gelten – möglicherweise auch darüber hinaus, wird gegenüber "Heute" mitgeteilt. Das MAK betont, dass bereits vor dem Raub die für internationale Ausstellungen üblichen "höchsten Sicherheitsstandards" gegolten hätten.
Nach mehreren Vorfällen in internationalen Museen seien die Sicherheitsfragen im Vorfeld der Ausstellung gemeinsam mit Van Cleef & Arpels geprüft worden. Die wertvollen Exponate werden in ins Mauerwerk integrierten Sicherheitsvitrinen mit Panzerglas präsentiert. Zum genauen Wert des gestohlenen Colliers wird weiterhin geschwiegen; bei einer Versteigerung in New York vor zehn Jahren erzielte das Schmuckstück einen Wert von rund 3,7 Millionen Euro.
Die zwei Täter schlugen am frühen Donnerstagnachmittag (27. August) zu. "Nachdem einer der Täter bewaffnet war, hatte für das Sicherheitspersonal oberste Priorität, die Besucher*innen sicher aus den Ausstellungsräumen zu bringen und eine unmittelbare Konfrontation mit den Tätern zu vermeiden", teilte das MAK mit. Verletzt wurde bei dem Vorfall niemand. Die Überwachungsvideos wurden von der Polizei gesichtet. Derzeit wird nach den beiden Männern gefahndet.