So hatte sich Christoph R. (26) seinen Abend nicht vorgestellt. Eigentlich wollte er sich gemütlich Essen nach Hause bestellen, wartete wie immer vor dem Eingangstor zu seiner Kleingartensiedlung in Favoriten auf den Lieferanten. Was dann folgte, belastet den Wiener noch immer massiv.
"Da stand ein Paketbote von Amazon mit seinem grauen Mercedes vor der Siedlung und kam plötzlich auf mich zu", erinnert sich Christoph im "Heute"-Talk voller Furcht. Aus dem Nichts soll der Mann dann angefangen haben, den 26-Jährigen wüst zu beschimpfen, mehrmals ging er auf den Wiener los. "Ich versuche normalerweise, solche Leute so gut es geht zu ignorieren, aber der hat sich vor mir aufgebaut, dass ich dachte, der will mir jetzt eine reinhauen", schildert er.
Prompt ergriff der Favoritner die Flucht auf seinem E-Scooter, wurde bis zu einem nahegelegenen Parkplatz noch von seinem Angreifer verfolgt. In letzter Sekunde ging dann das Eingangstor zu, hinter das sich der 26-Jährige retten konnte.
"Für mich war dann klar, ich gehe nicht mehr vor dieses Tor", so Christoph. Auch als der Essenslieferant mit seiner Bestellung ankam, wagte sich der Wiener nicht mehr vor die Tür. "Er musste mir das Essen dann unter der Tür zuschieben, weil der Lieferant nach wie vor geschaut hat, wo ich bin."
Seither hat der Wiener jedes Mal ein ungutes Gefühl, wenn er nachts die Haustür verlässt. "Ich gehe jetzt schneller, man weiß ja nie, was passiert und was die Leute so einstecken haben", hat er Angst.
Auf "Heute"-Nachfrage erklärte ein Amazon-Sprecher: "Dieses Verhalten entspricht in keiner Weise den hohen Standards, die wir an unsere Lieferpartner stellen. Wir nehmen den Vorfall sehr ernst und untersuchen den Fall umfassend."
Mittlerweile konnte herausgefunden werden, um welchen Zusteller es sich handelte, sollte sich der Verdacht erhärten, wolle man angemessene Schritte setzen. Im schlimmsten Fall dürfen Zusteller dann keine Pakete mehr für Amazon ausliefern.