Kristall statt Olympia-Gold

Nach Wald-Flucht – wieder große Emotionen bei Ski-Star

Nach dem bitteren Olympia-Aus im Wald folgt das emotionale Happy End: Atle Lie McGrath sichert sich die Slalom-Kugel und eine Umarmung.
Sport Heute
25.03.2026, 16:05
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Zwischen tiefem Frust und großen Emotionen liegen im Skisport oft nur wenige Wochen. Für Atle Lie McGrath und Lucas Braathen zeigte sich das in diesem Winter besonders eindrucksvoll. Nach dem Olympia-Drama von Bormio gibt es nun das versöhnliche Gegenstück: den Gewinn der Slalom-Kristallkugel und bewegende Szenen im Ziel von Hafjell.

Bei den Spielen war McGrath der große Pechvogel. Als Halbzeit-Leader auf Goldkurs fädelte er im zweiten Lauf ein, verlor die sicher geglaubte Medaille und verschwand danach im Wald. Wut, Enttäuschung und persönliche Belastungen entluden sich. "Ich brauche Hilfe", sagte er später offen. Der Norweger musste nicht nur das sportliche Aus verarbeiten, sondern auch den Tod seines Großvaters.

Wo damals Isolation und Leere standen, folgte nun ein Moment, der kaum gegensätzlicher sein könnte. In Hafjell ging es um die kleine Kristallkugel im Slalom – McGrath gegen seinen langjährigen Freund Lucas Braathen. Doch die Entscheidung fiel auf dramatische Weise: Braathen schied im zweiten Durchgang früh aus und war damit aus dem Rennen.

Der Brasilianer hatte damit die Kugel praktisch "weggeworfen" und seinem Freund den Weg geebnet. McGrath selbst fuhr keinen überragenden zweiten Lauf, am Ende reichte Rang acht. Doch durch den Ausfall seines größten Konkurrenten stand fest: Die Kugel gehört ihm.

Was danach folgte, war der eigentliche Höhepunkt. Im Zielraum lagen sich die beiden Freunde in den Armen. Trotz des eigenen Scheiterns überwog bei Braathen die Freude für McGrath. "Ich bin stolz auf Atle und glücklich für ihn", sagte er. Worte, die in diesem Moment mehr Gewicht hatten als jedes Ergebnis.

Auch für McGrath schloss sich ein Kreis. Nach den "komplexen Emotionen" der vergangenen Wochen konnte er den größten Erfolg seiner Karriere feiern und erinnerte sich dabei auch an die Unterstützung seines Freundes. Aus dem Mann, der nach Olympia allein im Wald lag, wurde jener, der im Zielraum umarmt und gefeiert wurde.

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