Das Aus von Julian Nagelsmann als deutscher Bundestrainer sorgt für Verwunderung. Nur wenige Tage nach dem blamablen WM-Aus im Sechzehntelfinale gegen Paraguay und dem anschließenden Rücktritt des 38-Jährigen bleiben öffentliche Dankesworte seiner Nationalspieler nahezu komplett aus.
Nach dem 3:4 im Elfmeterschießen gegen Paraguay hatte Nagelsmann zunächst noch betont, weitermachen zu wollen. "Ich bin keiner, der wegläuft", sagte er unmittelbar nach der Partie in Foxborough. Wenig später folgte jedoch die Kehrtwende. "Mein oberstes Ziel war immer der Erfolg der Mannschaft. Sie hat nach so einer herben Enttäuschung die Chance auf einen unbelasteten Neuanfang verdient", erklärte der ehemalige Bundestrainer.
Während sich der Deutsche Fußball-Bund offiziell bei Nagelsmann verabschiedete, herrschte unter den Spielern weitgehend Funkstille. Wie die "Bild" berichtet, verzichteten fast alle Nationalspieler auf öffentliche Abschiedsworte.
Lediglich Antonio Rüdiger meldete sich über die sozialen Medien zu Wort. Ausgerechnet der Innenverteidiger, der unter Nagelsmann seinen Stammplatz als Abwehrchef verloren hatte, bedankte sich beim scheidenden Teamchef. "Danke für dein Vertrauen, deinen Einsatz und deine Expertise, Coach! Ich wünsche dir nur das Beste für deine weitere Karriere", schrieb der Real-Madrid-Star.
Von Führungsspielern wie Manuel Neuer, Joshua Kimmich, Leroy Sané, Jamal Musiala oder Leon Goretzka, die Nagelsmann bereits aus gemeinsamen Zeiten beim FC Bayern kannten, gab es hingegen keine persönlichen Worte. Ob es sich dabei lediglich um Zufall handelt oder doch ein Hinweis darauf ist, dass das Verhältnis zwischen Trainer und Mannschaft zuletzt gelitten hatte, bleibt offen.
Nachfolger soll nun Jürgen Klopp werden. Der frühere Erfolgscoach von Borussia Dortmund und Liverpool steht nach übereinstimmenden Medienberichten unmittelbar vor einer Einigung mit dem DFB. Aktuell ist der 59-Jährige noch als Head of Global Soccer bei Red Bull tätig.