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Nachbarn halten Jack-Daniel's-Logo für IS-Flagge

Heute Redaktion
13.09.2021, 23:01

Ein 29-jähriger Zürcher hat die Fahne seines Lieblingswhiskeys gehisst: Besorgte Nachbarn reagierten auf die "Todesflagge" mit einem anonymen Schreiben.

Über den Dächern der Schweizer Gemeinde Regensdorf im Kanton Zürich flattert seit kurzem eine Fahne der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) – glauben zumindest die Nachbarn. In Wahrheit handelt es sich allerdings um eine Werbeflagge des bekannten Whiskey-Herstellers "Jack-Daniel's".

Angebracht wurde sie von einem 29-jährigen Zürcher, der vor zwei Monaten zusammen mit seiner Freundin in eine Liegenschaft der Gemeinde gezogen ist. "Ich habe sie aufgehängt, weil ich das witzig fand", sagt der Mann mit italienischen Wurzeln. Offenbar kam der Spaß bei den Nachbarn gar nicht gut an.

Als der 29-Jährige am Samstag (30. September) seinen Briefkasten geleert hatte, lag darin ein anonymer Zettel. "Muss man vor euch Angst haben? Zuerst die italienische Flagge und nun die schwarze Todesflagge. Seid ihr IS-Sympathisanten?", heißt es im Schreiben. Unterzeichnet war er von "besorgten Nachbarn", die den Mann und seine Freundin unter Beobachtung stellen wollen.

"Das ist Rufschädigung"

"Ich bin aus allen Wolken gefallen, als ich das gelesen habe", sagt der Zürcher. Bis heute wisse er nicht, wer das Schreiben verfasst habe. "Ich habe mich in der Nachbarschaft umgehört, aber niemand weiß etwas." Er habe den Sachverhalt seiner Verwaltung gemeldet.

Der Zürcher hat alles daran gesetzt, die Urheber des Schreibens ausfindig zu machen: "Wir wollen die verantwortliche Person oder Personen zur Rede stellen." Sobald diese ausgemacht sind, erwäge der 29-Jährige auch rechtliche Schritte. "Wenn fälschlicherweise herumgesprochen wird, dass wir IS-Anhänger seien, ist das Rufschädigung."

Schreiben sollte der Polizei gemeldet werden

Der 29-Jährige sagt, dass er nun mit einem gewissen Unbehagen leben müsse: "Wir haben noch keine Vorhänge in der Wohnung. Deshalb lassen wir die Rollläden herunter, damit niemand hereinschauen kann." Er denke aber nicht daran, die Fahne zu entfernen. "Dann würden wir ihnen recht geben. Das machen wir nicht", sagt er.

Die Kantonspolizei Zürich empfiehlt, nach dem Erhalt solcher Mitteilungen, die Polizei zu informieren, falls trotzdem Zweifel für eine Gefahr zurückbleiben. Auch bei verdächtigen Wahrnehmungen sei umgehend die Polizei zu kontaktieren. (jen)

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