Dietmar Riegler feiert am Samstag seinen 60. Geburtstag und lädt die Fans nach dem Spiel gegen den GAK zu 90 Minuten Freigetränken ein. Sportlich gibt es beim Wolfsberger AC derzeit jedoch wenig Grund zur Freude.
Mit nur 16 Punkten ist der WAC Tabellenletzter, zuletzt setzte es im direkten Duell mit Blau-Weiß Linz eine klare 0:3-Niederlage. "Mir ist es schon lange nicht mehr so schlecht gegangen – ich bin wirklich schockiert", gesteht Riegler im Gespräch mit der "Kronen Zeitung". Vor allem der fehlende Teamgeist stößt ihm auf: "Was mir abgeht, ist das Miteinander der Truppe. Andere Teams halten zusammen – genau das fehlt uns."
Neben der sportlichen Krise plagen den Klub auch strukturelle Probleme. Nachwuchsarbeit, Förderungen und Infrastruktur bereiten Sorgen, ebenso finanzielle Belastungen. "Das geht sich momentan hinten und vorne nicht aus", so Riegler, der auch mangelnde Unterstützung von Stadt und Land kritisiert.
Angesichts der Situation stellt sich der Langzeit-Boss erstmals auch selbst infrage. "Als Einzelkämpfer fragt man sich schon, wofür man sich das antut." Ist ein Abschied von Dietmar Riegler beim WAC also denkbar? "Es kann sein, dass ich mal die Lust verliere jetzt kommt auch noch der sportliche Verlust dazu", so Riegler. Ein Rückzug sei nicht ausgeschlossen, auch wenn er betont: "Ich lasse den Verein nicht im Stich." Klar ist für ihn: Unabhängig vom Saisonverlauf braucht es beim WAC einen Neustart von der Basis bis zur Kampfmannschaft.
Mit Neo-Trainer Thomas Silberberger soll nun die Wende gelingen. Riegler fordert vollen Einsatz: "Ich will nur Spieler, die bereit sind zu kämpfen. Wenn wir so weitermachen wie zuletzt, werden wir nichts holen!"