Experten warnen: Nächste Grippewelle wird heftig werden

Im Winter 2021/2022 könnte es zu einer heftigen Grippewelle kommen.
Im Winter 2021/2022 könnte es zu einer heftigen Grippewelle kommen.Getty Images/iStockphoto
Durch die Corona-Maßnahmen fiel die Grippewelle komplett aus. Jetzt warnen Experten, dass das "vergessene" Virus mit aller Kraft zurückkehren könnte.

Vor dem Sommer ist die Corona-Pandemie in Österreich am Abflauen. Der Trend bei den Neuinfektionen befindet sich trotz weitreichenden Öffnungsschritten derzeit in konstantem Sinkflug, die Durchimpfungsrate steigt stetig. Viele junge Menschen feiern schon Massen-Partys und benehmen sich bereits jetzt wieder so, als gebe es Covid-19 nicht mehr.

Aber auch die kühlen Köpfe der Wissenschaft, sind (vorsichtig) optimistisch: "Jetzt müssten wir es schaffen", sagte etwa Simulationsforscher Niki Popper. Nachsatz: "Wir dürfen nicht gleich alles Vernünftige über Bord werfen, Hände waschen wäre weiter gut..." Das wahrscheinlichste Szenario sei derzeit, dass Corona langfristig zu einer Krankheit, wie jede andere auch, werde.

So könnte es auch sein, dass in diesem Herbst Sars-CoV-2 von einem alten Bekannten der Menschheit überlagert wird: dem Influenzavirus. Wiener Virologen warnen nun davor, dass es dieses Jahr zu einem besonders heftigen Ausbruch kommen könne.

Grippewelle fiel weltweit aus

Aufgrund der harten Corona-Maßnahmen haben wir im vergangenen Herbst/Winter quasi beiläufig andere Atemwegsinfektionen gleich mit bekämpft. Die traditionelle Grippewelle blieb deshalb erstmals seit Beginn der Überwachung in Österreich zur Jahrtausendwende aus.

Dieses Phänomen wurde laut der neusten "Virusepidemiologischen Information" der MedUni Wien weltweit beobachtet. Wurden 2019/2020 in Europa ganze 17.600 Proben positiv auf Influenza getestet, waren es in der heurigen Saison nur 41 (!) von über 41.000 entnommenen Proben. Die Positivrate lag somit bei nur 0,1 Prozent.

Immunsystem aus der Übung

Was erstmal erfreulich klingt, hat aber einen gravierenden Haken: "Die Erfahrungen zeigen aber, dass auf sehr schwache Grippewellen meist starke epidemische Aktivitäten folgen", schreiben die Experten des Zentrums für Virologie weiter.

Der Grund ist, dass durch die ausgebliebenen Virusaktivitäten in der Bevölkerung keine natürliche Boosterung durch Viruskontakte stattgefunden habe. "Es ist daher möglich, dass mit Wegfall der Hygienemaßnahmen eine wiedereinsetzende Virusaktivität mit einer starken epidemischen Welle einhergeht", warnen die Virologen.

Auch TU-Forscher Popper rechnet mit einer heftigen Grippewelle: "Wir haben andere Erkrankungen, wie die Influenza oder respiratorische Infekte, ein Jahr lang mit verhindert, mit einem möglichen Nebeneffekt, nämlich dass die Menschen in dieser Zeit keine Immunisierung dagegen aufgebaut haben."

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