Nächster Landeshauptmann prescht bei Impfpflicht vor

Der Salzburger Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) ist überzeugt von einer Impfpflicht für den Gesundheitsbereich.
Der Salzburger Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) ist überzeugt von einer Impfpflicht für den Gesundheitsbereich.Franz Neumayr / picturedesk.com
Der Salzburger LH Wilfried Haslauer hält eine Impfpflicht im Gesundheitsbereich für denkbar: "Es wird Berufe geben, wo man das verlangen wird müssen."

Der Salzburger ÖVP-Landeshauptmann Wilfried Haslauer sprach sich zuvor stets gegen Zwang bei den Impfungen gegen das Coronavirus aus. Am Samstag ließ Haslauer jedoch im Gespräch mit den "Salzburger Nachrichten" aufhorchen. "Es wird Berufe geben, wo man das wahrscheinlich wird verlangen müssen. Gesundheitsberufe", antwortete der Landeshauptmann auf die Frage nach seiner Haltung zu einer möglichen Impfpflicht. Eine Pflicht zum Nadelstich für Personen in Gesundheitsberufen in Salzburg könne er sich "durchaus vorstellen", präzisierte Halsauer daraufhin. 

Von einem Zutritt in die Gastronomie, den Freizeit- oder Kulturbereich nur mit Impfung hält Haslauer jedoch nichts. "Die Diskussion muss man breiter anlegen", so Haslauer gegenüber den SN. Damit gibt sich Haslauer im Unterschied zu seinem Stellvertreter Christian Stöckl (ebenfalls ÖVP) zurückhaltender, was schärfere Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie betrifft.

Stimmen für 1G-Regel werden lauter

Zuvor schloss sich der Salzburger ÖVP-Gesundheitsreferent Stöckl den Forderungen von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) und Minister Wolfgang Mückstein nach einer 1G-Regel für die Gastronomie an. "Wir müssen den Geimpften deutliche Vorteile verschaffen. Ich sehe die 1G-Regel nicht als Impfpflicht durch die Hintertür, sondern ich sehe die Impfung als moralische Verantwortung. Wer sich nicht impfen lässt, muss auch die Konsequenzen tragen", plädierte Stöckl dieser Woche in der Donnerstagsausgabe der "Salzburger Nachrichten". 

Auch SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner sprach sich am Wochenende erneut für eine 1G-Regel aus. Rendi-Wagner fordert angesichts der beginnenden vierten Coronawelle, den Zutritt zur Nachtgastronomie, zu Festivals und Sportveranstaltungen nur noch für vollständig Geimpfte zu erlauben. Die Regierung solle diese 1G-Regel österreichweit für Bereiche mit hohem Infektionsrisiko einführen, verlangte sie in einer Aussendung. In der Bevölkerung gibt es laut einer "profil"-Umfrage eine knappe Mehrheit für 1G.

Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in einer Vorab-Aussendung berichtet, sind laut einer Umfrage von Unique Research 55 Prozent dafür, Freizeiteinrichtungen wie Restaurants, Theater oder Fitnesscenter nur noch für Personen zu öffnen, die gegen Corona geimpft sind ( (n=500 Schwankungsbreite: +/- 4 Prozentpunkte). Eine größere Spaltung der Gesellschaft zeige sich in der Impfdebatte nach der Parteienpräferenz: Nur elf Prozent der FPÖ-Wähler sind für diese Vorteile für Geimpfte, 86 Prozent dagegen. Nahezu spiegelverkehrt dazu die ÖVP-Wähler: 82 Prozent dafür, 15 Prozent dagegen. SPÖ-Wähler befürworten Vorteile für Geimpfte zu 72 Prozent, 23 Prozent lehnen das ab.

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