Erst vor wenigen Tagen sorgte ein seltenes Wetterphänomen an der kroatischen Adria für Aufsehen. Jetzt hat sich das Szenario bereits wiederholt: Nach schweren Gewittern kam es an der nördlichen Adria erneut zu einem Meteotsunami. Das Meer stieg innerhalb weniger Sekunden stark an und überflutete Uferpromenaden, Gastgärten und Straßen.
Besonders betroffen waren Küstenorte in der Kvarner Bucht. Augenzeugen berichteten, dass das Wasser völlig überraschend über die Kais schwappte. Restaurantbetreiber brachten in letzter Sekunde Tische und Sessel in Sicherheit, während Urlauber fluchtartig das Ufer verließen. In manchen Orten stand das Wasser knietief auf den Promenaden.
Das Phänomen erinnert stark an die Ereignisse der vergangenen Woche. Damals hatte ein heftiges Gewitter bereits in Pula, Zadar und Stari Grad für extreme Schwankungen des Meeresspiegels gesorgt. Zunächst trat das Meer über die Ufer, wenig später zog es sich so stark zurück, dass Boote im Hafen plötzlich auf Grund saßen.
Anders als bei einem klassischen Tsunami wird ein Meteotsunami nicht durch ein Erdbeben ausgelöst. Verantwortlich sind rasche Luftdruckänderungen und heftige Gewitterfronten. Treffen diese auf langgezogene oder trichterförmige Buchten, kann sich die Welle aufschaukeln und den Meeresspiegel innerhalb kürzester Zeit um mehrere Dutzend Zentimeter verändern. Die Folgen reichen von lokalen Überschwemmungen bis zu Schäden an Booten und Hafenanlagen.
Meteorologen weisen darauf hin, dass die derzeit sehr warme Adria und die energiereichen Gewitterlagen die Bedingungen für solche Wetterextreme begünstigen. Urlauber sollten bei angekündigten Unwettern die Warnungen ernst nehmen und Uferbereiche rechtzeitig verlassen.