In Deutschland herrscht vor dem beschworenen "Endspiel" – wohl auch von Julian Nagelsmann – im Sechzehntelfinale der WM gegen Paraguay Krisenstimmung. Nach der 1:2-Niederlage gegen Ecuador wurden die Mängel der DFB-Elf offen gelegt. Und auch Nagelsmann sorgte nach dem Spiel mit einer Aktion für mächtig Aufsehen, die ein generelles Problem des Teamchefs offenlegt.
Kritik kam von allen Ecken und Enden – am deutlichsten wurde der deutsche Europameister Markus Babbel. "Er wirkt dann wie so ein kleines, bockiges Kind", urteilte die DFB-Legende über Nagelsmann. Auslöser dafür war der Auftritt des DFB-Trainers nach der Ecuador-Niederlage am Mikro von MagentaTV.
"Da ist er ja selbst schuld. Er tätigt Aussagen und macht dann etwas anderes. Ich weiß, wenn er rechts sagt, geht er links. Das sind die Dinge, worüber diskutiert wird." Auslöser für die jüngste Debatte war Nagelsmanns Wortwechsel mit Moderator Johannes B. Kerner. Als dieser nach der Motivation der deutschen Mannschaft fragte, reagierte der Bundestrainer gereizt: "Nein, bitte hört auf mit dem Quatsch, ehrlich!"
Für Babbel wäre das vermeidbar gewesen. Nagelsmann habe unnötig Angriffsfläche geboten. "Du hättest das Ecuador-Spiel wunderbar erklären können und die ganze Schärfe im Keim ersticken können. Aber er wirkt dann wie so ein kleines, bockiges Kind. Dass die Leute dann draufgehen, ist doch völlig normal."