Es ist die nächste Eskalation im Nahen Osten: Kämpfer der schiitischen Houthi-Miliz hätten die Insel Mayyun und den Küstenort Dhubab am Roten Meer eingenommen. Damit sollen sie die wichtige Meerenge Bab al-Mandab unter ihre Kontrolle gebracht haben.
Saudi-Arabien habe laut den mit dem Iran verbündeten Rebellen mit Angriffen auf die Hafenstadt Mokka geantwortet. Zudem soll der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman laut dem Nachrichtenportal "Axios" US-Präsident Donald Trump am Donnerstag zweimal angerufen und um Hilfe gebeten haben. Seitens der US-Regierung erhielt Saudi-Arabien jedoch eine Absage. Washington wolle sich auf den Krieg gegen den Iran konzentrieren.
Dennoch habe man die Unterstützung für Saudi-Arabien ausgeweitet, militärisch wolle man aber nicht eingreifen. Nachdem die Straße von Hormus durch den Krieg zwischen den USA und dem Iran weitgehend blockiert wurde, galt die Meerenge Bab al-Mandab für Saudi-Arabien als alternative Route für den Öl-Handel.
Erst im März verhängten die Houthis eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien. Zuletzt eskalierten die Kämpfe zwischen den Rebellen im Jemen und Saudi-Arabien erneut. So wurde in der südwestlichen Stadt Khamis Mushait am Donnerstag mehrmals Luftalarm wegen Angriffen der Miliz ausgelöst.
Unterdessen forderte Pakistan den Iran auf die Houthi-Miliz unter Kontrolle zu bringen. Demnach soll der pakistanische Armeechef Asim Munir bei einem Besuch in Teheran eine Warnung ausgesprochen haben, berichtete die Deutsche Presse-Agentur unter Berufung auf pakistanische Geheimdienstkreise.
Dies dürfte allerdings nichts gebracht haben. Laut Regierungs- und Geheimdienstkreisen soll der Vormarsch der Houthis von den iranischen Revolutionsgarden gesteuert worden sein. Erst vergangene Woche soll der Iran die Rebellen angewiesen haben, die Angriffe zu intensivieren. Als Gegenleistung habe man finanzielle Hilfe, Waffen und Berater versprochen. Ziel sei es eine neue Front im Konflikt mit den USA zu eröffnen. Offiziell bestreitet Teheran allerdings seine Einflussnahme.