Seit Jahren gibt es Diskussionen um den Napoleonwald in Wien-Hietzing: Ein umstrittenes Mega-Bauprojekt mit Tiefgarage soll mitten neben dem geschützten Naturdenkmal entstehen. Am Dienstag wurde der Napoleonwald auch zum Thema im Wiener Gemeinderat. Neue Recherchen würden angeblich zeigen, dass der geschützte Wald deutlich größer ist als bisher angenommen. Damit könnte das gesamte Projekt auf der Kippe stehen.
Seit Jahren kämpfen Anrainer gegen das geplante Wohn- und Büroprojekt am Rand des Napoleonwaldes. Geplant ist ein massiver Gebäudekomplex mit vier Stockwerken, 29 Wohnungen, 13 Büros und einer riesigen Tiefgarage. Laut Gegner würde das Bauvorhaben wertvolle Naturflächen unwiederbringlich zerstören.
Laut der Bürger:inneninitiative wurden zahlreiche Bäume bereits schwer beschädigt oder sogar vergiftet. Mehrere mussten offenbar bereits gefällt werden.
Jetzt erhöhen die Grünen Wien den Druck auf die Stadtregierung. Planungssprecher Kilian Stark fordert ein sofortiges Umdenken: "Es kann nicht sein, dass ein Naturdenkmal als Bauland ausgewiesen ist." Die neuen Erkenntnisse müssten umgehend berücksichtigt werden. Auch die Volksanwaltschaft habe bereits die Forderung nach einer Aufhebung der Widmung unterstützt. Die Stadt Wien müsse daher eine Rückwidmung prüfen.
Für die Gemeinderatssitzung am Dienstag brachten die Grünen einen entsprechenden Antrag ein. Stark verlangt außerdem eine rasche Überprüfung der bereits bestehenden Baugenehmigung.
Auch Alexandra Steiner, Klubvorsitzende der Grünen Hietzing, stellt sich hinter die Bürger:inneninitiative: "Nun ist es höchste Zeit für ein ,Zurück an den Start‘ und für einen Stopp des Bauprojekts." Die Initiative habe mit ihrer Recherchearbeit wichtige neue Fakten ans Licht gebracht. Unterstützung kam auch vom Grünen Bürger:inneninitiativen-Fonds, der die rechtliche Klärung finanziell förderte.