Mit dem Rechnungsabschluss 2025 hat die Stadt Wien nun auch die Finanzlage der einzelnen Bezirke offengelegt. Die Unterschiede sind enorm: Während einige Bezirke über hohe Rücklagen verfügen, kämpfen andere mit millionenschweren Schuldenständen.
Die Stadt betont dabei, dass Bezirksbudgets "keine eigenständigen Haushalte" seien, sondern Teil des Gemeindebudgets. Unterschiede ergeben sich laut Stadt unter anderem durch Bevölkerungszahl, Verkehrsflächen, Schulbau oder Pflege von Grünanlagen.
Den höchsten Schuldenstand per Dezember 2025 weist die Leopoldstadt mit über 17 Millionen Euro auf. Demgegenüber stehen zudem keine Rücklagen. Auf Platz 2 bei den höchsten Schulden liegt Favoriten mit 16,8 Millionen Euro. Im zehnten Bezirk waren Ende 2025 allerdings Rücklagen in der Höhe von 3,9 Millionen Euro vorhanden. Somit beträgt der End-Saldo (Schulden minus Rücklagen) hier -12,9 Millionen Euro.
Mit 15,6 Millionen Euro Schulden rangiert Rudolfsheim-Fünfhaus am dritten Rang. Wie im zweiten Bezirk waren auch hier keinerlei Rücklagen vorhanden. Somit bleibt ein Saldo - 15,6 Millionen Euro. Platz vier geht mit 14,2 Millionen Euro Schulden an Floridsdorf. Sehr hohe Rücklagen in der Höhe von 25,7 Millionen Euro verschaffen dem 21. Bezirk allerdings insgesamt ein Plus von 11,6 Millionen Euro.
Den höchsten positiven Saldo weist Liesing auf. Dort stehen Rücklagen von rund 15,2 Millionen Euro Schulden von lediglich 1,38 Millionen Euro gegenüber. Der Saldo liegt damit bei plus 13,8 Millionen Euro. Auch die Donaustadt schneidet stark ab. Der 22. Bezirk kommt auf Rücklagen von rund 25,6 Millionen Euro und einen positiven Saldo von mehr als 11,4 Millionen Euro.
Interessant: Von den 23 Wiener Bezirken weisen Ende 2025 nur Landstraße und Margareten keinerlei Schulden auf, zudem sind nur sieben Bezirke (1., 3., 5., 19., 20., 21., 23.) im End-Saldo positiv. Keinerlei Rücklagen weisen etwa die Bezirke Leopoldstadt, Neubau, Josefstadt, Alsergrund, Hietzing, Penzing, Rudolfsheim-Fünfhaus, Ottakring und Hernals auf.
Die Stadt Wien betont ausdrücklich, dass die Zahlen nicht direkt vergleichbar seien. So würden unterschiedliche strukturelle Voraussetzungen und Aufgaben eine große Rolle spielen, etwa Stadtentwicklungsgebiete, Schulsanierungen sowie Umfang und Betreuungsaufwand von Verkehrsflächen. Zusätzlich würden auch Investitionsschwerpunkte und laufende Projekte die Finanzlage der Bezirke beeinflussen.