Finanz-Stadträtin Barbara Novak (SPÖ), Neos-Wirtschaftssprecher Markus Ornig und Finanzdirektor Christoph Maschek präsentierten am Montag im Rahmen eines Hintergrundgespräches den Rechnungsabschluss der Stadt Wien für 2025. Trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen wurde eine positive Bilanz gezogen.
Demnach konnte das im Sommer 2023 prognostizierte Defizit von ursprünglich 3,8 Milliarden Euro schrittweise auf 2,84 Milliarden Euro im Jahr 2025 gesenkt werden. Der Schuldenstand der Stadt Wien lag im Dezember 2025 bei 14,37 Milliarden Euro – um 500 Millionen Euro niedriger als vorgesehen. Allerdings mussten auch 2,4 Milliarden an Fremdmittel (Kredite) aufgenommen werden.
Mit einer Pro-Kopf-Verschuldung in der Höhe von 7.392 Euro liegt Wien im Bundesländervergleich auf Platz fünf, hinter NÖ, dem Burgenland, Kärnten und der Steiermark. Trotz der schwierigen budgetären Lage investierte die Stadt im vergangenen Jahr 21,36 Milliarden Euro. So flossen allein in die soziale Infrastruktur elf Milliarden Euro.
Die Schwerpunkte lagen bei Gesundheit (3,76 Milliarden Euro), Soziales (3,37 Milliarden Euro) und Bildung (2,72 Milliarden Euro). Zusätzlich investierte die Stadt weitere 1,2 Milliarden Euro in rund 2.700 Kinderbetreuungseinrichtungen. Auch in Infrastruktur und Wirtschaft wurden insgesamt rund 3,86 Milliarden Euro, in den Klimaschutz 800 Millionen Euro reingebuttert.
"Wir in Wien schaffen den Balanceakt zwischen solider Finanzierung und sozialer Verantwortung. Der Rechnungsabschluss 2025 zeigt: Wien senkt das Defizit deutlich, sichert den Zusammenhalt und nimmt alle Wienerinnen und Wiener mit", betonte Novak.
Die Finanz-Stadträtin sieht den Hauptgrund für das um eine Milliarde niedrigere Defizit im strengen Budget-Vollzug – sprich den Einsparungen. Aufgrund der starken Faktoren Tourismus (Kongresse), Life Science, Pharmaindustrie und IT hätte es eine "gewisse Resilienz" gegeben, so Novak. Wie Finanzdirektor Maschek erklärte, sei das geringere Defizit nur zu 50 Prozent auf Einsparungen zurückzuführen. Der Rest kam durch Mehreinzahlungen (Landes- und Gemeindeabgaben) zustande.
Auch Neos-Wirtschaftssprecher Markus Ornig sieht im geringeren Defizit einen "guten und wichtigen Zwischenschritt": "Der Drahtseilakt ist uns ganz gut gelungen. Die kleinen Maßnahmen ausgabenseitig greifen natürlich nicht umgehend und sofort. Es sind viele, viele kleine Maßnahmen nötig, um das große Ganze zu schaffen", so Ornig.
Finanzdirektor Maschek betonte die drei wichtigsten Faktoren, die in ihren Auswirkungen nicht komplett abschätzbar waren: "Das waren der Wirtschaftsabschwung, die steigende Inflation und die steuerlichen Maßnahmen der vergangenen Bundesregierung, die ohne Gegenfinanzierung erfolgt sind." Aufgrund dieser Faktoren fiel daher die Defizit-Prognose mit 3,8 Milliarden Euro relativ hoch aus.
Auch heuer werde das Budget (das Defizit wurde mit 2,6 Milliarden Euro veranschlagt) wieder eine große Herausforderung: "Es wird weitere Einsparungen in den Ressorts geben müssen", meinte Ornig. Und Finanz-Stadträtin Novak gab zu bedenken: "Derzeit sind wir mit dem Budget im Plan. Aber, wenn für geplante Maßnahmen des Bundes wie die Lohnnebenkosten-Senkung keine Gegenfinanzierung kommt, dann müssen wir konsolidieren." Denn dadurch könnte eine Lücke von rund 75 Millionen Euro entstehen.
Auch beim Eurovision Song Contest sei man im Budgetrahmen geblieben. Genaue Zahlen zu Kosten und Wertschöpfung werde es aber erst Mitte/Ende Juni geben.