Die neuen Modal-Split-Zahlen der Stadt Wien sorgen weiter für heftige Diskussionen. Wie bereits berichtet, ist der Anteil des Autoverkehrs in Wien zuletzt wieder gestiegen – trotz massiver Investitionen in Radwege und Verkehrsberuhigung.
Nicht nur die Wiener Grünen üben daher nun heftige Kritik an der rot-pinken Verkehrspolitik. Auch die Wiener FPÖ nimmt die aktuellen Zahlen jetzt zum Anlass für eine Generalabrechnung mit der Verkehrspolitik von SPÖ-Stadträtin Ulli Sima (SPÖ).
"Ulli Simas Anti-Auto-Politik ist krachend gescheitert", erklären FPÖ-Verkehrssprecher Toni Mahdalik und Mobilitätssprecher Klemens Resch in einer Aussendung.
Besonders brisant findet die FPÖ: Laut den neuen Zahlen ging nicht nur der Öffi-Anteil zurück, sondern auch jener des Radverkehrs. Gleichzeitig legte der motorisierte Individualverkehr wieder zu. Für die Freiheitlichen ist das der Beweis, dass die milliardenschweren Umbauten der vergangenen Jahre ihr Ziel verfehlt hätten. Denn trotz neuer Radwege, Begegnungszonen und Parkplatzreduktionen greifen offenbar wieder mehr Wiener zum Auto.
Die FPÖ spricht deshalb von einem "milliardenteuren Ideologieprojekt ohne Wirkung". "Den Wienern werden unter dem Deckmantel der Klimapolitik Parkplätze weggenommen und Staus aufgezwungen, während Millionen für Radweg-Prestigeprojekte verbrannt werden, die offensichtlich nicht einmal den gewünschten Effekt bringen."
Besonders empört zeigen sich Mahdalik und Resch darüber, dass die Stadt den Anstieg des Autoverkehrs laut FPÖ kleinrede. "Die Realität auf Wiens Straßen sieht jeder täglich selbst: mehr Stau, mehr Parkplatznot und immer mehr Frust bei den Autofahrern."
Die Freiheitlichen fordern nun einen sofortigen Stopp weiterer Parkplatzvernichtungen und eine komplette Überprüfung der bisherigen Radwegprojekte. "Diese gescheiterte Politik darf nicht weiter auf dem Rücken der Wiener fortgesetzt werden", betonen Mahdalik und Resch.
Die Diskussion um Wiens Verkehrspolitik dürfte damit weiter an Schärfe gewinnen. Vor allem die Frage, wie die Stadt künftig Klimaziele, Pendlerinteressen und den knappen Platz auf den Straßen unter einen Hut bringen will, bleibt politisch explosiv.