Laut den kürzlich präsentierten Modal-Split-Zahlen für Wien steigt der Anteil des motorisierten Individualverkehrs erstmals seit Jahren wieder an. Während der Anteil des motorisierten Individualverkehrs 2024 noch bei 25 Prozent lag, kommt Wien 2025 auf 25,9 Prozent.
Der Anteil des PKW-Verkehrs lag im Vorjahr bei 24,9 Prozent. Von 1993 bis 2025 wurde dieser um rund ein Drittel reduziert, betonte die Stadt Wien. Für 2025 gibt es aber eine neue Kategorie, es werden auch die motorisierten Zweiräder, also Mopeds, gesondert ausgewiesen, sie wurden in der Statistik bislang zu den PKWs gezählt. So wurden im vergangenen Jahr 1,0 % der Alltagswege mit motorisierten Zweirädern zurückgelegt – der motorisierte Individualverkehr 2025 kommt damit auf auf 25,9 Prozent.
"Die Stadtregierung versucht, Stillstand als Erfolg zu verkaufen. Tatsächlich zeigen die Zahlen das Gegenteil: Erstmals seit Jahren steigt der Anteil des motorisierten Verkehrs in Wien wieder", kritisieren Mobilitätssprecher Kilian Stark und Heidi Sequenz (Grüne).
Besonders deutlich sei für die Grünen das Verfehlen eigener Ziele der Stadtregierung. "Wien hat sich selbst vorgenommen, bis 2025 nur noch 20 Prozent der Wege mit dem motorisierten Individualverkehr zurückzulegen. Tatsächlich liegt der Anteil jetzt bei 25,9 Prozent. Das ist keine kleine Abweichung, das ist ein politisches Scheitern mit Ansage", so Sequenz.
Auch bei den öffentlichen Verkehrsmitteln sehen die Grünen eine negative Entwicklung: "Sechs Jahre nach Corona ist Wien bei den Öffis noch immer weit vom Vorkrisenniveau entfernt", sagt Stark.
Kritik üben die Grünen auch an der Verkehrs- und Infrastrukturpolitik der rot-pinken Stadtregierung. "Rot-Pink redet von Klimaschutz, drückt aber bei der Mobilitätswende auf die Stopptaste", so Stark.
Verzögerte Verkehrsberuhigungsprojekte, ein stockender Öffi-Ausbau und steigende Ticketpreise würden die Situation verschärfen.
Mit dem Modal Split wird jährlich das Mobilitätsverhalten in der Stadt dokumentiert. Nicht berücksichtigt sind dabei Touristen oder Pendler. Für 2025 zeigt sich insgesamt ein Anstieg bei umweltfreundlichen Wegen zu Fuß, per Rad oder öffentlichen Verkehrsmitteln. 33,6 Prozent der Verkehrsteilnehmer waren im vergangenen Jahr auf Alltagswegen mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs, 30 Prozent gingen zu Fuß und 10,5 Prozent fuhren mit dem Rad.