Trotz der zu Jahresbeginn aufgekommenen Postenschacher-Vorwürfe ist der Wiener Wirtschaftskammerpräsident Walter Ruck (62) als Obmann des Wiener Wirtschaftsbundes bestätigt worden.
Am Mittwoch fand bei der Landesgruppenhauptversammlung die Wahl statt – Ruck wurde mit 121 von 122 Stimmen erneut gewählt. Sein Mandat läuft für fünf Jahre, wie der ÖVP-Wirtschaftsbund in einer Aussendung mitteilte. Im Vorfeld sorgte der frühe Termin der Wahl für Gesprächsstoff.
Üblicherweise findet diese im Juni im Schloss Hernstein (NÖ) statt. Doch heuer kam es anders: Wie das "profil" berichtet, verschickten Ruck und der Direktor des Wiener Wirtschaftsbundes, Florian Kollenz, am 2. Mai eine kurzfristige Einladung zur Landesgruppenhauptversammlung am 13. Mai – obwohl Rucks Amtsperiode offiziell erst am 26. Juni endet. Dennoch ist das Datum innerhalb der statutarischen Frist.
Diese Kurzfristigkeit sorgte bei manchen Wirtschaftsbund-Mitgliedern für Unmut. Denn Anträge für mögliche Gegenkandidaten hätten bis spätestens 7. Mai eingebracht werden müssen – für viele zu knapp, es gab daher offenbar keinen einzigen.
"Die Gremien des Wirtschaftsbundes Wien haben den 13.05.2026 als Termin beschlossen. Die Einladung wurde – wie bereits in der Vergangenheit – entsprechend der Wahlordnung fristgerecht versendet. Die stimmberechtigten Delegierten ergeben sich aus der Satzung und wurden durch die Mandatsprüfungskommission geprüft", erklärte Kollenz dem "profil".
Ruck war zu Jahresbeginn mit dem Vorwurf konfrontiert worden, Familienmitgliedern Posten bei Sozialversicherungsträgern verschafft zu haben. Sein Sohn Christoph Ruck wurde in den Landesstellenausschuss der AUVA entsandt. Sein anderer Sohn, Alexander Ruck, ist Vorsitzender im Landesstellenausschuss der PVA.
Rucks Lebensgefährtin ist Vorsitzende im Landesstellenausschuss der Sozialversicherung der Selbstständigen. Ruck wies die Anschuldigungen stets zurück und schloss einen Rücktritt als Wiener Wirtschaftskammerpräsident aus. Seine Amtszeit läuft noch bis 2030.