Vorwürfe gegen Kindergarten

Lammhals in Kiga: "Haben Kinder furchtbar leidgetan!"

Schwere Vorwürfe gegen einen Skandal-Kiga in Wien: Kinder saßen im Dunkeln, als Essen wurde Lammhals bestellt – nur für wen? Nun reagiert die Politik.
Wien Heute
17.05.2026, 22:22
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Eine ehemalige Kiga-Betreuerin schlug diese Woche Alarm. Die frühere Pädagogin berichtet von Hunger, Kälte und anderen schlimmen Zuständen in den Räumlichkeiten eines privaten Kindergartenvereins in Wien. Dieser habe zwar Millionenbeträge an Förderungen von Stadt Wien erhalten – bei den Kindern soll davon aber nur wenig angekommen sein.

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"Kinder saßen im Dunkeln"

Im Winter sei kaum geheizt worden, auch bei der Beleuchtung habe der Betreiber offenbar gespart. Teilweise hätten Kinder im Dunkeln gesessen, klagt die ehemalige Betreuerin im Gespräch mit "Heute" an.

"Haben Kinder furchtbar leidgetan"

"Mir haben die Kinder furchtbar leidgetan", so die ehemalige Mitarbeiterin. Sie wolle anonym bleiben, weil sie Konsequenzen befürchten müsse. Laut der Wienerin habe es oft viel zu wenig Essen für die Kinder gegeben. Die Portionen seien zu klein gewesen, viele Kinder hätten über Hunger geklagt.

35 Kilo Lammhals geben Rätsel auf

In einer Mappe mit Lieferscheinen seien unter anderem 35 Kilogramm Lammhals sowie Koteletts aufgelistet gewesen. "Dieses ganze Fleisch haben die Kinder nie gesehen. Welches Kind isst Lammhals?", so die Ex-Mitarbeiterin. Die Lammhals-Bestellung beschäftige sie bis heute.

"Hier war einiges sehr komisch"

Ihr Verdacht: Bestellte Lebensmittel könnten privat verkocht worden sein. Zusätzlich habe sie Unterlagen entdeckt, in denen Familienangehörige als Mitarbeiter geführt worden seien, die ihrer Aussage nach nie im Kindergarten gearbeitet hätten. "Hier war einiges sehr komisch", erzählt sie.

Zierfuß: "Unfassbarer Skandal"

"Das ist ein unfassbarer Skandal", so ÖVP-Klubobmann Harald Zierfuß. Laut einer Anfrage an die Stadt Wien soll der betroffene Kindergartenverein seit Förderbeginn im Jahr 2011 insgesamt rund 30 Millionen Euro erhalten haben. Auch aktuell werde der Verein weiter gefördert. Laut Zierfuß habe es allein im Jänner 2026 knapp 190.000 Euro pro Monat gegeben.

"Hier wird im großen Stil Steuergeld verschwendet", kritisiert der ÖVP-Politiker. Er fordert nun eine lückenlose Aufklärung und politische Konsequenzen. "SPÖ und Neos haben die Situation nicht im Griff."

Kiga-Verein: "Vorwürfe sind falsch"

Der Kindergartenverein weist die Vorwürfe über eine Rechtsanwältin entschieden zurück. Laut Stellungnahme würden sämtliche Lebensmittel ausschließlich im laufenden Betrieb verwendet werden. Die Behauptung, Lebensmittel seien für private Zwecke über den Kindergarten bestellt worden, sei "falsch" und werde "ausdrücklich zurückgewiesen".

Außerdem verweist der Verein darauf, dass die Einrichtungen regelmäßig von Behörden kontrolliert werden. Bisher habe es keine entsprechenden Beanstandungen gegeben. Lebensmittel würden in ausreichender Menge bestellt und den Kindern zur Verfügung gestellt.

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