In Österreich gelten bei Wunschkennzeichen klare Regeln: Kombinationen mit Nazi-Bezug wie SS, KZ, HJ oder Zahlencodes wie 18 und 88 sind verboten. Umso mehr Verwunderung herrscht in Kärnten, wo ein Auto mit dem Kennzeichen "NAZ-1" unterwegs ist.
Das Taferl wurde von der Bezirkshauptmannschaft Völkermarkt ausgegeben – und das schon vor Jahren. Wie die "Kleine Zeitung" berichtet, ging heuer im April eine private Anzeige ein. Daraufhin leitete die Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen Verdachts auf Wiederbetätigung ein.
Markus Kitz, Sprecher der Staatsanwaltschaft, bestätigt: "Man hat das überprüft. Die Person heißt mit dem Vornamen Ignaz und wird so genannt. Das hat das Landesamt Staatsschutz und Extremismusbekämpfung so festgestellt."
Laut Bezirkshauptmannschaft wurde das Kennzeichen bereits 1999 genehmigt. Die Begründung: "Naz" sei eine gängige Kurzform für den Vornamen Ignaz. Ein rechtsextremer Hintergrund sei ausgeschlossen.
"Überprüfungen haben ergeben, dass kein Zusammenhang mit einem Tatbestand nach dem Verbotsgesetz festgestellt werden konnte", teilte die Behörde mit. Das Kennzeichen bleibt somit gültig – vorerst bis 2029. Danach soll erneut geprüft werden, ob es weiterhin zulässig ist.