Das NEINhorn sagt Nein – und diesmal geht es nicht um eine Pointe im Kinderbuch. Autor Marc-Uwe Kling, Illustratorin Astrid Henn und der Carlsen Verlag gehen gegen OpenAI vor. Sie haben deshalb Klage gegen die Firma hinter ChatGPT eingereicht.
Im Zentrum steht der Vorwurf, OpenAI habe die geschützte Kinderbuchfigur für das Training von ChatGPT genutzt. Kling brachte die Sache in seiner Stellungnahme auf den Punkt: "Das NEINhorn sagt NEIN".
Von der beliebten Figur gibt es bisher drei Bücher: "Das NEINhorn", "Das NEINhorn und die Schlangeweile" und "Das NEINhorn und der Geburtstag". Dazu kommen Mitmach- und Pop-up-Bücher sowie ein Kartenspiel. Auch eine Verfilmung ist geplant.
Was es offiziell nicht gibt: eine Geschichte wie "Das NEINhorn in der Stadt". Genau so eine erfundene Story soll ChatGPT aber liefern, wenn nach einer Geschichte mit der Figur gefragt wird. Der Text nutze dabei die urheberrechtlich geschützte Figur, erreiche aber laut Darstellung nicht den anarchischen Witz des Originals.
Noch heikler wird es bei den Bildern. Nach Angaben des Verlags kann ChatGPT die Geschichte auch illustrieren. Die erzeugten Bilder sollen sich kaum von den Originalillustrationen Astrid Henns unterscheiden. Zudem soll die KI eigenständig weitere Texte und Illustrationen rund um das NEINhorn vorschlagen.
Der Verlag kritisiert außerdem, ChatGPT biete sogar ganze Druckvorlagen für illustrierte Geschichten an – inklusive Umschlaggestaltung, Impressum, gefakter ISBN und Verlagslogo. Daraus leiten die Klagseinbringer den Verdacht ab, dass Originalwerke der Reihe unrechtmäßig für Sprach- und Bildmodelle von OpenAI verwendet wurden.
Carlsen-Verlegerin Sandra Harzer-Kux zeigt Verständnis dafür, wenn Fans privat mit KI und dem NEINhorn experimentieren. Problematisch werde es aber bei der Nutzung dessen, was der Bot ausgibt. Viele Menschen würden davon ausgehen, dass sie solche Inhalte verwenden dürfen. Ihr Vorwurf: "ChatGPT ist ein kommerzielles Angebot, das sich geschützte Inhalte zunutze macht, ohne zu fragen und ohne zu zahlen."