Neo-Minister Mückstein spricht harten Corona-Klartext

Wolfgang Mückstein
Wolfgang MücksteinHelmut Graf
Am Montagvormittag wird Wolfgang Mückstein zum neuen Gesundheitsminister angelobt. Schon davor richtet er klare Worte an die Bevölkerung und Politik. 

Wolfgang Mückstein (Grüne) wird am Montag um 10.00 Uhr von Bundespräsident Alexander Van der Bellen zum neuen Gesundheitsminister angelobt. Danach bekommt er symbolisch die Agenden von seinem Amtsvorgänger und Parteikollegen Rudolf Anschober übertragen. Schon am Nachmittag wird es in der Regierungsklausur erstmals ernst für den 46-Jährigen. 

Als Grünen-Chef und Vizekanzler Werner Kogler ihn gefragt hat, ob er sich das Amt des Gesundheitsministers vorstellen könne, erklärte der Mediziner, dass er mithelfen möchte. Er habe nach einem Jahr Pandemie gesehen, was diese mit uns mache, auch in der eigenen Familie, erklärt der neue Gesundheitsminister gegenüber Ö1. 

"Will, dass niemand stirbt"

Auch, wenn es für Mückstein nun Schlag auf Schlag geht, ist die Situation der Regierungsklausur keine vollkommen neue für ihn. Bei den vergangenen Koalitionsverhandlungen saß er mit am Tisch. Außerdem ist er seit mehr als zehn Jahren für die Grünen in der Wiener Ärztekammer tätig und hat das erste Wiener Primärversorgungszentrum aufgebaut.

"Mir ist klar, dass jeder zurück in sein altes Leben will, in die Schule, Freunde treffen", weiß er um die Sorgen und Sehnsüchte vieler. Aber das gehe "bitte immer vor dem Hintergrund von sinkenden und niedrigen Zahlen auf den Intensivstationen". Der zweite wichtige Punkt sei die Impfung. "Wir haben jetzt Gott sei Dank eine Million Dosen von Biontech/ Pfizer bekommen. Impfen, Impfen, Impfen", so lautet die Maxime. Außerdem dürfe man nicht auf die Kollateralschaden vergessen, man müsse frühzeitig beginnen, diese abzuarbeiten, kündigte Mückstein, der auch als Sozialminister fungieren wird, an. 

Auf die Frage nach regionalen Maßnahmen erklärt Mückstein, dass er heute erst einmal angelobt werde und er niemanden etwas ausrichten möchte. Allerdings sei seine oberste Maxime als Arzt und Gesundheitsminister, "dass niemand stirbt". Oberste Priorität sei, dass "Intensivkapazitäten frei sind", so der 46-Jährige. Schon vergangene Woche kündigte er unpopuläre Maßnahmen an, falls diese notwendig seien. 

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