Neonazi sorgt für Abbruch, Liga-Boss: "Stadionverbot"

GC-Hooligans provozierten einen Spielabbruch. Unter ihnen: ein amtsbekannter, ehemaliger Neonazi.
GC-Hooligans provozierten einen Spielabbruch. Unter ihnen: ein amtsbekannter, ehemaliger Neonazi.Bild: imago sportfotodienst
Der Schweizer Liga-Boss spricht über den Spielabbruch und über Stefan N., den ehemaligen Neonazi in der Grasshoppers-Kurve.
Traditionsklub Grasshoppers Zürich muss in die zweite Liga. GC steigt ab, das steht seit vergangenem Wochenende fest. Der Verein tut das aber nicht erhobenen Hauptes. Die Fans von ÖFB-Keeper Heinz Lindner und Co. sorgten für einen Skandal.

Mit einem Platzsturm provozierten sie einen Spielabbruch. Jetzt reagiert Liga-Boss Heinrich Schifferle im Interview, wählt klare Worte.

War der Spielabbruch der richtige Entscheid? Was wäre die Alternative gewesen? Die Fans mit Gewalt in die Kurve zu manövrieren? Zu warten? Dann wären wir wohl heute noch in Luzern. Ich glaube, es war die sinnvollste Entscheidung, die in dieser Situation getroffen werden konnte.

Weshalb? Es war für mich klar, dass man dieser Forderung der Fans nicht nachgeben konnte: Leibchen, Hosen und Stulpen abgeben und dann in Unterhosen über den Platz laufen – stellen Sie sich das einmal vor?! Dieser Wunsch nach Demütigung hat mich am meisten entsetzt und schockiert. Zudem wäre polizeiliche Gewalt in dieser Situation das falsche Mittel gewesen. Wir hätten im Gegenzug wüsteste Szenen riskiert. Wir dürfen nicht vergessen: Es ist nur ein Fußballspiel.

Ist der Schweizer Fußball den Fans ausgeliefert? Es ist schwierig, hier eine Lösung zu finden. Die Fans haben Macht, das ist Fakt. Wer ein Spiel zum Abbruch führen will, der schafft das auch. Was ich hier besonders schlimm finde: dass man keine Niederlagen mehr akzeptieren kann. Das geht mir nicht runter. Die gehören genauso zum Sport wie die Siege.

Was macht nun die Liga? Wir werden den Vorfall analysieren und Maßnahmen ergreifen. Welche, da bin ich noch etwas überfragt. Zudem versuchen wir die fehlbaren GC-Fans zu identifizieren und verhängen Stadionverbote. Dazu liefern wir der Justiz Informationen, um womöglich strafrechtlich und zivilrechtlich gegen sie vorzugehen.

Einer der Fans auf dem Rasen ist bekannt als Mann mit Neonazi-Vergangenheit. Den kennt man, der war nicht vermummt und bekommt umgehend Stadionverbot wegen Betreten des Stadionrasens.

Braunes Gedankengut soll in der GC-Kurve an Stärke gewonnen haben. Das ist schlimm und besorgniserregend. Und das meine ich nun unabhängig von linkem und rechtem Denken. Extreme Ansichten wollen wir nicht in unseren Stadien und Fankurven.

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