Neonazi steckt hinter der Lindner-Trikot-Erpressung

Ein GC-Ultra mit Nazi-Vergangenheit soll den Platzsturm in Luzern angeführt haben. ÖFB-Goalie Heinz Lindner war als Streitschlichter mittendrin.
Mit einem 0:4-Rückstand und dem Abstieg vor dem geistigen Auge kommt es beim Spiel zwischen Luzern und GC zu einem Spielabbruch. Mehrere vermummte GC-Ultras belagern das Spielfeld der Swissporarena und lassen dem Schiedsrichter keine Wahl.

Selbst ein Gespräch mit ÖFB-Spieler und GC-Kapitän Heinz Lindner und Präsident Stephan Rietiker bringt die Fans nicht zur Vernunft. Im Gegensatz zu den meisten Vermummten, zeigt ein Mann sein Gesicht. Wie der "Blick" schreibt, handelt es sich hierbei um einen Ultra mit Neonazi Vergangenheit – Stefan N.



CommentCreated with Sketch.0 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Bereits Anfang der 2000er-Jahre stand der Mann, als Mitglied der Hooligan-Gruppierung "Hardturm Front", hinter dem Tor und feuerte die "Hoppers" an. Allerdings eckte der Mann mit seinem Nazi-Gedankengut, das er auch in Form von Tattoos auf der Haut trägt, bei vielen GC-Fans an.

Mehrere Jahre war Stefan N. nicht mehr in der Kurve präsent, doch in einer der schwärzesten Stunden des Schweizer Rekordmeisters steht er an vorderster Front. Der Glatzkopf mit dem langen Bart führte den Mob an und provozierte so den Spielabbruch.



2014 sagte er in einem Interview mit "20 Minuten", angesprochen auf sein rechtsextremes Gedankengut: "Das ist kalter Kaffee. Meine Zeit in der rechten Szene ist Jahrzehnte her und ich distanziere mich schon lange von solchen Leuten." Er sieht sich mittlerweile als Balkan-Rocker. Aktivitäten auf Facebook werfen jedoch Zweifel über seine Gesinnung auf.

Klar ist: Stefan N. war es, der Lindner und GC-Präsident Rietiker erpresste, dass die Spieler vor die Kurve traten und ihre Trikots abgeben mussten. Erst danach konnte die Situation entschärft werden.



Es ist nicht das erste Mal in dieser Saison, dass braunes Gedankengut in der Kurve der Grasshopper-Anhänger auftaucht. Mitglieder der GC-Fangruppe Blue White Bulldogs 98 trauerten im März öffentlich um einen verstorbenen deutschen Neonazi. Die Nähe der Gruppierung BWB 98 zu rechtsextremen Kreisen ist seit Längerem bekannt. Ein Vertrauter der Szene sagt: "Bei der Gruppe sind definitiv Rechtsextreme dabei."

Im GC-Forum wird die Kurve verteidigt. Es heißt: "Die paar Dutzend Spränzel (Personen, Anm.), welche da an der Bande standen sind nicht repräsentativ für die Kurve." Große Teile der restlichen GC-Kurve stünden zwar nicht hinter der Ideologie, so der Insider. Aber: "Dass die Bulldogs nach rechts offen sind und keine Berührungsängste haben, wird von vielen sehr kritisch gesehen. Weil die Kurve im Moment so schwach aufgestellt ist, werden sie aber toleriert."

(20 Minuten)

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