Ein italienisches Gericht hat entschieden: Die Preiserhöhungen, die Netflix seinen Kunden in Italien in den vergangenen sieben Jahren verrechnet hat, waren nicht rechtens. Der Streamingdienst muss die zu viel kassierten Beträge nun zurückzahlen.
Geklagt hatte die Verbraucherorganisation Movimento Consumatori (MC). Laut dem Urteil haben alle betroffenen Abonnenten Anspruch auf eine Reduzierung ihres aktuellen Abo-Preises, eine Rückerstattung der unrechtmäßig gezahlten Beträge sowie eventuell Schadensersatz.
Wie heise.de berichtet, sind auch ehemalige Kunden, die ihr Abo zwischenzeitlich gekündigt haben, erstattungsberechtigt. Konkret geht es bei Premium-Abonnenten um monatlich 8 Euro zu viel, bei Standard-Kunden um 4 Euro.
Die Anwälte der Verbraucherschützer haben vorgerechnet: Ein Premium-Kunde, der seit 2017 ununterbrochen zahlt, kann mit einer Rückerstattung von rund 500 Euro rechnen. Bei Standard-Abonnenten sind es etwa 250 Euro.
Die Entscheidung betrifft Millionen Menschen. Die Zahl der Netflix-Abonnenten in Italien ist von 1,9 Millionen im Jahr 2019 auf rund 5,4 Millionen im Oktober 2025 angestiegen.
Der Streamingdienst hat bereits angekündigt, gegen das Urteil in Berufung zu gehen. Die Verbraucherschützer drohen unterdessen mit einer Sammelklage, sollte Netflix die Preise nicht umgehend senken und die Kunden entschädigen.