Ab heute treten in der Europäischen Union strengere Vorschriften für Verpackungen in Kraft. Ziel der neuen EU-Verordnung ist es, die Menge an Verpackungsmüll deutlich zu verringern und bis 2030 Verpackungen weitgehend recycelbar zu machen.
Bereits jetzt gelten neue Grenzwerte für PFAS, eine Gruppe künstlicher Chemikalien, in Lebensmittelverpackungen. Diese Stoffe sind in der Umwelt kaum abbaubar und können gesundheitsschädlich sein, etwa Krebs oder Leberschäden verursachen.
Die Änderungen werden besonders von Unternehmen kritisch gesehen. Viele Firmen empfinden die neuen Regelungen als zu komplex und wünschen sich mehr Klarheit bei der Umsetzung.
Künftig dürfen Online-Bestellungen nicht mehr übermäßig große Pakete enthalten – maximal 50 Prozent Leerraum sind noch erlaubt. Auch bestimmte Verpackungsarten wie Ketchup-Sackerln im Fast-Food-Restaurant, Plastiknetze für Zitrusfrüchte und Mini-Shampoos im Hotel werden ab 2030 verboten.
Die EU schreibt außerdem vor, dass künftig mehr Verpackungen recycelbar sein müssen und der Anteil an recyceltem Material zunimmt. Bis 2029 sollen in allen Mitgliedstaaten Pfandsysteme für Einweggetränkebehälter aus Kunststoff und Metall eingeführt werden – so wird etwa auch im Spanien-Urlaub bald auf Pfand gesetzt.
Auch für Glasverpackungen gibt es neue Vorgaben: Mehrwegflaschen für Essig und Öl sowie wiederverwendbare Glaskonserven sollen zur Müllvermeidung beitragen. Verbraucherschützer begrüßen diese Schritte, da sie den Weg zu weniger Abfall ebnen.
Mit den neuen Regeln führt die EU ihre Strategie gegen Plastikmüll konsequent fort. Nach dem Verbot von Plastikstrohhalmen und losen Plastikdeckeln folgt nun das Aus für weitere Einwegprodukte – ein weiterer Schritt Richtung Klimaneutralität bis 2050.