Seit der Einführung des Einwegpfands gehören Pfandsammler für viele Wiener zum Alltag. Vor allem an beliebten Treffpunkten wie Parks oder der Donauinsel werden Besucher regelmäßig angesprochen, wenn sie Flaschen oder Dosen dabeihaben. Immer häufiger kommt es dabei zu Beschwerden über aufdringliches Verhalten, berichtet ORF Wien.
Nach einer repräsentativen Umfrage nutzen rund 230.000 Menschen in Österreich das Sammeln von Pfandgebinden, um ihr Einkommen aufzubessern. Manche sprechen Passanten gezielt auf ihre leeren Flaschen oder Dosen an.
Auch der Wiener Polizei ist diese Entwicklung bekannt. Polizeisprecher Markus Dittrich erklärte gegenüber dem ORF: "Der Wiener Polizei ist bekannt, dass mittlerweile auch Bettelei in Form von Pfandsammeln stattfindet. Das heißt, Bettler gehen aktiv auf Personen zu, fragen sie nach Flaschen oder Dosen." Laut Dittrich könne nicht ausgeschlossen werden, dass vereinzelt organisierte Gruppen dahinterstehen.
Entscheidend sei jedoch das Verhalten der Sammler. "Wenn eine Person einmal um die Pfandflasche oder die Dose bittet, das verneint wird und die Person dann weitergeht, ist es noch kein aggressives oder aufdringliches Betteln", betonte Dittrich. "Tut sie das mehrmals und lässt nicht ab, dann handelt es sich um aufdringliches Betteln. Aggressives Betteln wäre es, wenn dann Beschimpfungen stattfinden oder etwaige Passanten dann sogar an der Kleidung gezogen werden."
Solche Fälle werden von der Polizei als Verwaltungsübertretungen erfasst. Einen Anstieg der Meldungen seit Einführung des Einwegpfands gebe es allerdings nicht. Auch bei der Stadt Wien seien bisher keine Beschwerden eingelangt. An der bisherigen Haltung zu Pfandringen hält die Stadt ebenfalls fest – sie werden nicht eingeführt.