Wer derzeit über die Lerchenfelder Straße (7. und 8. Bezirk) spaziert, staunt vermutlich nicht schlecht: Kunstobjekte laden dazu ein, leere Pfandflaschen abzustellen.
Die auffälligen Installationen dienen nicht nur als Kunstwerke, sondern erfüllen einen ganz praktischen Zweck: Passantinnen und Passanten können dort ihre Pfandflaschen sichtbar abstellen, anstatt sie in den Mistkübel zu werfen. So soll Müll vermieden werden; außerdem sollen Menschen, die Pfand sammeln, einfacher und würdevoller an die Flaschen gelangen.
Hinter dem Projekt stehen die IG Kaufleute Lerchenfelder Straße, der bekannte Künstler GOLIF, die Bezirke Neubau und Josefstadt sowie der Getränkepartner fritz-kola. Gerade in Zeiten laufender Bauarbeiten auf der Lerchenfelder Straße soll das Projekt ein positives Zeichen setzen.
Die insgesamt 13 künstlerischen "Pfandkellner*innen" sollen den öffentlichen Raum beleben und Diskussionen über Nachhaltigkeit, Klimaschutz und soziale Verantwortung anregen. "Als IG möchten wir mit unseren Initiativen nicht nur kurzfristige Impulse setzen, sondern Projekte realisieren, die nachhaltig im Grätzl und darüber hinaus wirken", so Erwin Lehner und Lorena Riegler, Vorstand der IG Kaufleute.
Anders als derzeit in Linz, Graz oder Innsbruck lehnt die Stadt Wien die Montage von Pfandringen an öffentlichen Mistkübeln aus Hygiene- und Reinigungsgründen offiziell ab. Die Bezirkspolitik begrüßt die künstlerische Pfand-Aktion.
"Wir schaffen damit ein würdevolles Sammeln von Pfandflaschen", sagt Markus Reiter, Bezirksvorsteher Neubau (Grüne). "Die Josefstadt hat sich bereits vor einem Jahr dafür ausgesprochen, Möglichkeiten zu schaffen, seinen Pfand unkompliziert zu spenden. Die originellen Pfandkellner*innen greifen das Thema neu auf", ergänzt Martin Fabisch, Bezirksvorsteher Josefstadt.
Unterstützt wird die Initiative von fritz-kola im Rahmen der Kampagne "Pfand gehört daneben". Das Unternehmen präsentierte bei der Präsentation aktuelle Studienergebnisse, wonach mehr als 200.000 Menschen in Österreich Pfand im öffentlichen Raum sammeln und rund 70 Prozent der Bevölkerung ihnen regelmäßig begegnen.