Die geplante Umgestaltung der Rüdigergasse sorgt in Margareten weiter für heftige Debatten. Nachdem bereits FPÖ und SPÖ Kritik an den Plänen geäußert hatten, schlagen nun die Grünen zurück und werfen ihren politischen Gegnern eine "Blockadeachse" vor.
Am 16. Juni entscheidet die Bezirksvertretung über die Finanzierung des Projekts. Geplant sind unter anderem acht neue Bäume, zehn Hochstammsträucher, breitere Gehsteige, Verkehrsberuhigung sowie eine Wohnstraße mit Radverkehr in beide Richtungen.
Wie "Heute" berichtete, kritisieren Anrainer und Wirtschaftstreibende vor allem den Wegfall von Park- und Haltemöglichkeiten. Die FPÖ sprach zuletzt von einem drohenden "Parkplatz-Klau", die SPÖ fordert eine Überarbeitung der Pläne und eine stärkere Einbindung der Betroffenen.
"Wir wurden in den Gremien genauso wenig aktiv eingebunden wie viele Anrainerinnen und Anrainer", erklärte zuletzt SPÖ-Vizebezirksvorsteher Christoph Lipinski. Die Sozialdemokraten verwiesen zudem auf Rückmeldungen von Betrieben, die wirtschaftliche Nachteile befürchten.
Die Grünen weisen diese Kritik zurück. Aus ihrer Sicht wurde das Projekt über Jahre vorbereitet und mehrfach mit Anrainern besprochen.
„Dass sich SPÖ und FPÖ hier zu einer Blockadeachse zusammenschließen, ist ein Rückfall in eine Politik, die den Bedürfnissen der Menschen im Grätzl nicht gerecht wird“Julia FritzKlubobfrau der Grünen Margareten
"Die Rüdigergasse zeigt sehr deutlich, worum es in Margareten geht: Wollen wir Straßen weiterhin vor allem als Abstellflächen und Durchzugsrouten denken – oder schaffen wir endlich mehr Platz für Menschen, die hier leben, zu Fuß unterwegs sind, Kinderwagen schieben, mit dem Rollstuhl fahren oder im Sommer Schatten brauchen? Wir Grüne stehen für lebenswerte Grätzl für alle. Dass sich SPÖ und FPÖ hier zu einer Blockadeachse zusammenschließen, ist ein Rückfall in eine Politik, die den Bedürfnissen der Menschen im Grätzl nicht gerecht wird", sagt Julia Fritz, Klubobfrau der Grünen Margareten.
Die Bezirksgrünen argumentieren, die Rüdigergasse sei derzeit stark versiegelt, eng und von Verkehr geprägt. Mit der Umgestaltung solle die Aufenthaltsqualität deutlich verbessert werden.
"Das ist kein Luxusprojekt, sondern eine dringend notwendige Verbesserung im Alltag der Menschen. Wer im Sommer durch die Rüdigergasse geht, spürt sofort, wie sehr hier Grün und Schatten fehlen. Wer mit Kindern, Einkaufstaschen oder Rollstuhl unterwegs ist, merkt, wie eng die Gehsteige sind. Genau dafür machen wir Politik: für sichere, faire und lebenswerte Straßen", so Fritz.
Auch den Vorwurf mangelnder Beteiligung lassen die Grünen nicht gelten. "Wir haben zugehört und Verbesserungen vorgenommen. Beteiligung bedeutet nicht, Planungen endlos hinauszuschieben, sondern Anliegen ernst zu nehmen und Lösungen zu finden. Genau das ist passiert", sagt Herbert Panek, Bezirksrat der Grünen Margareten und Vorsitzender des Bauausschusses.
Für die Grünen geht es bei der Abstimmung um mehr als nur eine einzelne Straße. "Es geht darum, ob Margareten den öffentlichen Raum mutig weiterentwickelt – oder ob eine rot-blaue Blockadeachse jede Verbesserung verhindert, sobald einige Stellplätze betroffen sind. SPÖ und FPÖ stellen sich damit gegen mehr Grün, mehr Schatten und mehr Sicherheit im Grätzl", so Fritz abschließend.