Drogen-Hotspot

Hier werden die meisten "Substis" sichergestellt

Substitutionsmedikamente sollen Drogenkranken helfen, clean zu werden. Oft wird damit aber auch gedealt. Dieses Grätzel ist besonders betroffen.
Wien Heute
14.06.2026, 20:32
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Rund um die Drogenberatungsstelle Jedmayer und die U6-Station Gumpendorfer Straße wird seit Jahren über Drogenhandel, Vermüllung und Sicherheitsprobleme diskutiert. Anrainer klagen immer wieder über die Situation im Grätzel, zuletzt reagierten Bezirk und Polizei mit einer Schutzzone sowie verstärkten Kontrollen.

Nun sorgen Zahlen des Innenministeriums für frischen politischen Zündstoff. Demnach wurden im Jahr 2024 (Anm.: aktuellere Zahlen liegen aktuell nicht vor) allein in Mariahilf 148 Tabletten des Substitutionsmittels Compensan sichergestellt – so viele wie in keinem anderen Wiener Bezirk. Zum Vergleich: Im Alsergrund wurden 58 Tabletten sichergestellt, in Rudolfsheim-Fünfhaus 38 und in Penzing 32.

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"Mariahilf liegt damit mehr als doppelt so hoch wie der zweitplatzierte Bezirk. Diese Zahlen kann man nicht mehr wegdiskutieren", so Gerhard Hammerer, Obmann der ÖVP Mariahilf, und Felix Ofner, Obmann der ÖVP Rudolfsheim-Fünfhaus.

Besonders auffällig: Gemeinsam entfallen auf Mariahilf und Rudolfsheim-Fünfhaus laut ÖVP rund 40 Prozent aller in Wien sichergestellten Compensan-Tabletten. Genau in diesem Bereich befindet sich auch das Jedmayer, das seit Jahren im Mittelpunkt der Debatte steht.

Erst vor wenigen Tagen hatten bei einer Anrainerversammlung mehr als 100 Bewohner über die Situation rund um die Einrichtung diskutiert. Dabei wurden unter anderem Forderungen nach Videoüberwachung, einem Alkoholverbot und strengeren Maßnahmen gegen Drogenhandel laut.

"Die Zahlen bestätigen, was Anrainerinnen und Anrainer seit Jahren erleben: Die Belastung rund um den Jedmayer ist massiv und sie ist messbar", so Hammerer und Ofner. Die ÖVP sieht die aktuellen Zahlen als Beleg dafür, dass bestehende Maßnahmen nicht ausreichen. Kritik richtet sich dabei auch gegen die Wiener Sucht- und Drogenpolitik. "Stadtrat Hacker und Suchtkoordinator Lochner können die Konzentration noch so oft kleinreden, die Fakten sprechen eine andere Sprache", betonen Hammerer und Ofner.

Die Volkspartei fordert deshalb Änderungen bei der Vergabe von Substitutionsmitteln. "Damit würde die Weitergabe erschwert und dem illegalen Handel ein Teil der Geschäftsgrundlage entzogen. Wien braucht keine weiteren Beschwichtigungen, sondern einen echten Kurswechsel in der Drogenpolitik."

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