Spritzen, Brand und Diebstähle

Drogen-Szene eskaliert – Suchtzentrum sorgt für Angst

In Wien-Mariahilf liegen die Nerven blank: Der Grund ist ein Altbekannter. Es geht um das Suchthilfezentrum Jedmayer.
Newsdesk Heute
07.06.2026, 07:15
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Die Anrainer an der Gumpendorfer Straße sind frustriert. Immer wieder kommt es um das Suchthilfezentrum Jedmayer zu Vorfällen. Daher forderte eine Bürgerinitiative bereits im Jahr 2018 die Umsiedlung des Zentrums an den Stadtrand. Vom damaligen Bezirksvorsteher Markus Rumelhart (SPÖ) wurde der Vorschlag als "unrealistisch" bezeichnet.

Jahre später dürfte sich an der Meinung der Bürger nichts verändert haben. Viele von ihnen erschienen nun bei einer Bürgerversammlung im Haus der Begegnung und klagten über ihre täglichen Probleme und Sorgen, berichtet die "Krone". Demnach sollen rund 120 Personen teilgenommen haben.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Angst in U-Bahn-Station

Für die Veranstaltung habe es jedoch strenge Auflagen: Nur wer auch im Umkreis gemeldet ist und eine Einladung erhielt, habe Zutritt erhalten. Eröffnet wurde die Versammlung von Bezirkschefin Julia Lessacher (SPÖ). Anschließend stellte der Drogen- und Suchtkoordinator der Stadt Wien, Ewald Lochner, den kürzlich in Kraft getretenen 7-Punkte-Maßnahmenplan vor.

Dieser umfasst eine Schutz- und Alkoholverbotszone, die Sperre des Fritz-Imhoff-Parks sowie mehr Polizei und Sozialarbeiter. Der Tenor der Verantwortlichen ist klar: Man werde das Problem in den Griff bekommen – dies sehen die Bürger jedoch anders wie die "Krone" berichtet.

Auf fünf aufgestellten Tischen konnten sie Magistratsmitarbeitern, Polizisten und Streetworkern ihr Leid klagen. So erzählte eine Frau, dass sie Angst davor habe, in die U-Bahn-Station zu gehen. Auch gestohlene Fahrräder wurden erwähnt. Bei einer Anrainerin seien es bereits acht an der Zahl gewesen.

Süchtige in Stiegenhäusern und Kellern

Des Weiteren würden immer mehr Drogensüchtige in Stiegenhäusern und Kellern aufhalten. Die Lösung der Verantwortlichen: Bessere Schlösser installieren. Eine Maßnahme, die bei den Betroffenen nicht gut ankommt, zumal dies schon mehrmals erfolglos passiert sei und man dafür auch noch selbst habe zahlen müssen, erklärte ein Mann.

So sei in einem Haus ein Keller in Brand gestanden, weil Süchtige dort zuvor Drogen genommen hätten. Auch im Park könne man sich am Abend deswegen nicht mehr aufhalten, so eine Anrainerin. Eine andere Frau sieht zumindest, was die Schutzzone im Park angeht, eine Verbesserung. Davor sei es "eine absolute Katastrophe" gewesen.

Keine Lösung in Sicht

Ein Mann berichtete von Drogenkranken, die zwischen parkenden Autos konsumieren würden und die Spritzen danach liegen lassen. Ihm hätte eine Sozialarbeiterin geraten, die Nummer der Streetworker zu wählen. Aber auch diese könnten in so einem Fall nicht immer rechtzeitig vor Ort sein, da sie sich auch am anderen Ende des Grätzls befinden könnten.

Laut dem "Krone"-Bericht hätten auch an diesem Abend einige Personen verlangt, das Suchtzentrum an den Stadtrand zu verlegen. Andere hätten Konsumräume vorgeschlagen – beides wird wohl nicht kommen.

{title && {title} } red, {title && {title} } 07.06.2026, 07:15
Jetzt E-Paper lesen