Wer dieses Jahr in die Schweiz reist, sollte sich nicht nur um Vignette und Hotel kümmern. Unter dem Namen "Travel with Care" hat die Schweizer Tourismus-Branche neue Verhaltenshinweise für Gäste veröffentlicht. Dabei geht es nicht um neue Strafen, sondern um Anstandsregeln für den Alltag.
Die Kampagne kommt nicht von ungefähr. Laut dem Schweizer Bundesamt für Statistik verzeichnete die Hotellerie 2025 rund 43,9 Millionen Logiernächte - ein neuer Rekord. Mit den steigenden Besucherzahlen wächst aber auch der Druck auf beliebte Orte, Züge und Wanderwege.
Wie chip.de berichtet, soll die Initiative die Akzeptanz des Tourismus in der Bevölkerung stärken. Die wichtigsten Punkte betreffen das Verhalten im öffentlichen Verkehr, beim Fotografieren und in der Natur.
Ein großer Teil der Hinweise betrifft das Verhalten in öffentlichen Verkehrsmitteln. Touristen sollen ihr Gepäck nicht auf Sitzplätze legen und Gänge freihalten. Beim Ein- und Aussteigen heißt es: erst aussteigen lassen, dann einsteigen. Laute Telefonate oder Musik ohne Kopfhörer fallen in der dicht getakteten Schweiz schnell auf.
Ein weiterer Punkt betrifft das Fotografieren. Wer Personen, Kinder oder Privatgrundstücke ablichten will, sollte vorher um Erlaubnis fragen. Auch Gärten oder Wiesen, die offen wirken, können privat sein. Urlauber sollten nicht einfach über fremde Grundstücke laufen, nur weil dort der beste Fotospot wäre.
In der Natur bittet die Schweiz darum, auf markierten Wegen zu bleiben, Weidetore wieder zu schließen und Wildtiere nicht zu stören. Beim Abfall gilt: Was mitgebracht wird, muss wieder mitgenommen werden. In Bergregionen gibt es nicht überall Mistkübel - und Essensreste sind nicht harmlos, nur weil sie biologisch abbaubar wirken.
Wer sich an die einfachen Regeln hält, trägt dazu bei, dass Touristen in der Schweiz auch weiterhin willkommen sind.