Neue Studie bringt weitere Covid-Nebenwirkung ans Licht

Corona-Intensivstation (Symbolbild)
Corona-Intensivstation (Symbolbild)HELMUT FOHRINGER / APA / picturedesk.com
Neue Studie bringt weitere Covid-Nebenwirkung ans Licht

Hat man die eigentliche Corona-Infektion überstanden, kann es sein, dass einem die Nachwehen - das sogenannte "Long Covid-Syndrom" - plagen. Das Syndrom umfasst eine Reihe unterschiedlicher Symptome, die Wochen bis Monate andauern können.

Hier lesen: Long Covid könnte mittels Bluttest festgestellt werden

Als Long Covid werden länger anhaltende Symptome bezeichnet, die nach einer Corona-Erkrankung auftreten können. Die Spätfolgen sind vielfältig und beinhalten verschiedenste Krankheitsbilder und Funktionsstörungen. Dazu zählen unter anderem ein geschwächter Allgemeinzustand, Atemnot, Husten, Nervenschmerzen, Gefühlsstörungen, Muskelschmerzen, Herzbeschwerden, anhaltender Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns, Gedächtnisprobleme, Konzentrationsstörungen sowie Schlafstörungen oder Tagesmüdigkeit.

Neue Nebenwirkung: Nierenschäden

Eine Studie aus den USA deutet nun darauf hin, dass ehemalige schwerkranke Covid-Patienten noch Monate nach der akuten Phase (30 Tage) der Infektion Nierenprobleme aufweisen, die möglicherweise zu einer lebenslangen Einschränkung der Nierenfunktion führen können.

Für die Untersuchung verglichen die Forscher der Washington University School of Medicine in St. Louis Gesundheitsdaten von mehr als 89.000 Personen, die sich im Zeitraum zwischen März 2020 und März 2021 mit dem Coronavirus infiziert hatten, mit Daten von rund 1,6 Millionen nicht-infizierten Patienten. Die COVID-19-Patienten in der Studie waren überwiegend Männer und Ende 60. Unter den COVID-19-Patienten mussten 12.376 (13,9 Prozent) ins Krankenhaus eingeliefert werden, darunter 4.146 (4,6 Prozent) auf Intensivstationen.

Patienten auf der Intensivstation am stärksten betroffen

Um die Nierenfunktion zu untersuchen, analysierten die Forschenden, wie gut die Nieren das Blut von bestimmten Abbauprodukten filterten. Nach den ersten 30 Tagen der COVID-19-Infektion kam es bei 4.757 (5,3 Prozent) der Patienten zu einer Abnahme der glomerulären Filtrationsrate (GFR) um 30 Prozent oder mehr. Die Patienten, die auf der Intensivstation behandelt werden mussten, erlitten den größten Abfall an Nierenfunktion, gefolgt von jenen, die auf der Normalstation lagen. Patienten, die zwar einen positiven PCR-Test hatten, aber keine Spitalsbehandlung brauchten, wiesen den geringsten Nierenschaden auf. Auch das Risiko, eine Nierenerkrankung zu erleiden, stieg bei Hospitalisierten beträchtlich.

Mit der glomerulären Filtrationsrate (GFR) beurteilen Ärzte die Nierenfunktion und bestimmen gegebenenfalls den Schweregrad  von Nierenerkrankungen. Die Rate wird durch einen einfachen Bluttest bestimmt, der den Kreatininspiegel misst. Kreatinin ist ein Abfallprodukt im Blut, das von den Nieren gefiltert und mit dem Urin ausgeschieden wird.

"Der Nierenschaden ging über die durch normales Altern verursachte eingeschränkte Funktion hinaus", erklärte der leitende Autor Ziyad Al-Aly, Assistenzprofessor für Medizin an der Washington University.

Nierenschäden als stille Krankheit

„Es ist wichtig, eine Nierenfunktionsstörung zu entdecken, bevor das Problem fortschreitet und schwerer zu behandeln wird“, sagte Al-Aly.  Das Tückische an Nierenproblemen ist aber, dass sie lange unbemerkt bleiben, weil sie keine Schmerzen verursachen. Meist wird man erst durch eine Blutabnahme darauf aufmerksam. Frühe Stadien der Nierenerkrankung können oft mit Medikamenten behandelt werden, jedoch können sich Nieren von einer chronischen Schädigung nicht mehr erholen. Die Folgen können für Betroffene beträchtlich sein.

Nierenfunktion nimmt im Alter ab

Die Nierenfunktion beginnt ab dem 30. oder 40. Lebensjahr herum langsam, aber stetig, abzunehmen. Schwere Erkrankungen oder Infektionen können diesen Prozess beschleunigen. Das scheint auch bei schweren Corona-Verläufen der Fall zu sein, wie aus der Studie hervorgeht.

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