Neue Thaliastraße? Das wollen die Parteien in Ottakring

Das sind die Spitzenkandidaten in Ottakring
Das sind die Spitzenkandidaten in Ottakring"Heute", zVg
ThaliastraßeTempo 30 auf der Ottakringer Straße, Spielplätze: Das sagen die Spitzenkandidaten der Parteien zu den Top-Themen in Ottakring.

Bezirksvorsteher Franz Prokop (SPÖ) sitzt in Ottakring fest im Sattel. Er ist bereits seit 2004 im Amt und konnte seine Herausforderer setiher immer souverän schlagen. 2015 holte er trotz eines Verlusts von mehr als fünf Prozentpunkten immer noch 38,71 Prozent der Stimmen. Die FPÖ landete mit 26,54 Prozent auf dem zweiten Platz, heuer dürften die Blauen Einbußen erleiden.

So wählte Ottakring 2015.
So wählte Ottakring 2015.Stadt Wien

"Heute" sprach mit den jeweiligen Spitzenkandidaten der fünf größten Parteien im Bezirk, klopfte die wichtigsten Themen ab. Hier sind die Antworten:

Die Wiener Thaliastraße.
Die Wiener Thaliastraße.Willfried Gredler-Oxenbauer / picturedesk.com

Die Thaliastraße soll neu gestaltet werden, was soll kommen?

Das sagt SPÖ-Spitzenkandidat und Bezirksvorsteher Franz Prokop: "Bis heute läuft der BürgerInnenbeteiligungsprozess, zudem wir alle BewohnerInnen, Geschäftstreibende & BesucherInnen einladen mitzumachen. In den Monaten drauf werden die Ergebnisse ausgewertet. Als SPÖ Oottakring ist uns der ehrliche BürgerInnenbetiligungsprozess wichtig, weshalb wir die Ergebnisse abwarten und natürlich noch nicht feststeht wie die Umgestaltung genau aussehen wird. Zu unserer Vision für die TS (einer dichtbesiedelten Einkaufsstraße) zählt sicher, dass wir konsumfreie Verweilzonen schaffen, Grünraum (Bäume, Befplanzungen) und kühlende Elemente schaffen wo es möglich ist, die Interessen der Regionalen Geschäfte miteinbeziehen (Lieferungen, Zufahrten...), alle VerkehrsteilnehmerInnen miteinbeziehen."

Das sagt ÖVP-Spitzenkandidat Stefan Trittner: "Wichtig ist, dass endlich eine ernsthafte Bürgerbeteiligung kommt. Bei der Gallitzinstraße, beim Johann-Nepomuk-Berger-Platz und beim Otto-Wagner-Areal haben wir erlebt, dass es das in Ottakring nicht gibt. Wie zudem vor kurzem bekannt wurde, hat der Bezirksvorsteher ja schon im Frühjahr das Siegerprojekt Thaliastraße eines Planungsbüros gekürt, obwohl das sogenannte Bürgerbeteiligungsverfahren damals erst begonnen hat. So eine Vorgehensweise ist unehrlich. Die Anrainer und Geschäftsleute wissen aber am besten, was gut ist für die Thaliastraße. Eine Begegnungszone, wie sie die Grünen fordern, wäre jedenfalls die Garantie für einen Verkehrskollaps auf der Thaliastraße und damit im ganzen Bezirk."

Das sagt FPÖ-Spitzenkandidat Michael Oberlechner: "Leider offenbar wieder nicht das, was die Bürger vor Ort wollen. Eine echte Einbindung der Anrainer wird von rot-grün wieder einmal umgangen. Da es vor der sogenannten Bürgerbeteiligung ein 'Siegerprojekt' mit Bezeichnungen wie urbanes Wohnzimmer usw. gibt, steht außerdem zu befürchten, dass wiederum unzählige Parkplätze der Umgestaltung zum Opfer fallen. Somit wird es für die Thaliastraße als Einkaufsstraße noch schwieriger."

Das sagt Grünen-Spitzenkandidatin Barbara Obermaier:"Die Neugestaltung der Thaliastraße ist die letzte Chance, die Weichen für eine klimafitte Geschäftsstraße zu stellen: mit vielen Bäumen, gerechter Platzverteilung und mehr Sicherheit durch Verkehrsberuhigung."

Das sagt Neos-Spitzenkandidat Jörg Konrad: "Wir begrüßen, das Vorhaben, die Thaliastrasse neu zu gestalten und haben daher, im Gegensatz zu den anderen Oppositionsparteien ÖVP und FPÖ, in der Bezirksvertretung die Freigabe der Mittel für den Planungs- und Beteiligungsprozess unterstützt. Wir fordern aber eine echte Beteiligung der Anrainer_innen und Geschäftsinhaber_innen. Neben mehr Grün, Zonen für den Aufenthalt, breitere und einladendere Gehsteige, um den Menschen ein schönes Einkaufsvergnügen zu bieten, soll die Thaliastraße auch eine ausreichend Fahrradinfrastruktur erhalten."

Die Ottakringer Straße wird zum Wahlkampfthema.
Die Ottakringer Straße wird zum Wahlkampfthema.Robert Newald / picturedesk.com

Soll Tempo 30 auf der Ottakringer Straße nur temporär sein oder fix kommen?

Das sagt SPÖ-Spitzenkandidat und Bezirksvorsteher Franz Prokop: "Die Ottakringer Straße ist unsere wichtige Verbindungsstrasse zwischen uns und unseren Nachbarn Hernals. Sie wurde als Ergebnis einer umfassenden BürgerInnenbeteiligung in den Jahren 2012/2013 umgestaltet. Seitdem laden Trinkbrunnen, Pflanzentröge und Sitzbänke und Spielgeräte zum Verweilen und Flanieren ein. Ein Radstreifen auf beiden Seiten macht die Ottakringer Straße zudem für Radfahrer nicht nur attraktiver sondern auch sicherer. Jetzt sollen weitere Maßnahmen Verbesserungen für die BewohnerInnen folgen. Das Ergebnis unseres Austausches mit zahlreichen AnrainerInnen, Fachdienststellen, der Polizei sowie der Hernalser Bezirksvorsteherin Ilse Pfeffer ist folgendes: Die Ottakringer Straße wird zwischen Helblinggasse und Frauengasse eine 30er Zone während der Nachtstunden ‪zwischen 21:00 und 06:00 Uhr morgens. Wir haben uns beim Runden Tisch lange beraten und Wünsche und Möglichkeiten besprochen. Die  30er Zone auf der Ottakringer Straße ist daher ein weiterer wichtiger Beitrag der die Wohnsituation der AnrainerInnen zu verbessern soll, was natürlich laufend evaluiert wird."

Das sagt ÖVP-Spitzenkandidat Stefan Trittner: "30er Zonen sind in sensiblen Bereichen wie bei Kindergärten, Schulen oder Seniorenheimen sinnvoll, flächendeckend aber nicht. Grundsätzlich bedeutet Tempo 30 außerdem mehr Lärm und mehr Emissionen. Raser halten sich sowieso nicht an Tempolimits und für den Schutz der Anrainer wäre es daher langfristig sinnvoller, gemeinsam mit der Polizei ein Gesamtkonzept zu erstellen."

Das sagt FPÖ-Spitzenkandidat Michael Oberlechner: "Tempo 30 auf einer Hauptstraße ist wieder einmal als Autofahrerschikane zu betrachten. Ökologisch bringt Tempo 30 rein gar nichts. Im Gegenteil es verursacht sowohl mehr Lärm als auch Abgase. Als fadenscheiniger Vorwand dient, dass einige wenige hier massive Geschwindigkeitsüberschreitungen begehen. Das Problem lässt sich auch durch verstärkte Kontrollen lösen."

Das sagt Grünen-Spitzenkandidatin Barbara Obermaier:"Langsamer fahren bedeutet mehr Sicherheit und Lebensqualität, weniger Lärm, bessere Luft und soll fixer Bestandteil in der gesamten Ottakringer Straße sein."

Das sagt Neos-Spitzenkandidat Jörg Konrad: "Prinzipiell setzen wir uns für eine Tempo 40-Regelung auf Hauptverkehrsstraßen ein, um sowohl die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer zu gewährleistet, als auch den Verkehrsfluss aufrechtzuerhalten. Die Einhaltung der Geschwindigkeit muss durch vermehrte polizeiliche Kontrollen sichergestellt werden, da bereits jetzt die aktuelle Tempo 50 Regelung nicht eingehalten wird."

Spielplätze sind wichtig für viele Familien.
Spielplätze sind wichtig für viele Familien.iStock

Mehr Spielplatzfläche für den Bezirk?

Das sagt SPÖ-Spitzenkandidat und Bezirksvorsteher Franz Prokop: "Ottakring ist ein attraktiver und sehr gut erschlossener Bezirk mit einer Gesamtfläche von 867 ha und die Bevölkerung ist in den letzten Jahren von rund 95.000 auf mehr als 105.000 angewachsen. Insgesamt gibt es in Ottakring 252 Straßen, Gassen und Plätze mit einem Straßennetz von rund 100 km, das öffentliche Gut ist insgesamt 1.409.853 m2 groß. Ottakring ist ein sehr grüner Bezirk, 10 ha sind Landwirtschaftsflächen, 30 ha sind Park- /Grünanlagen und Friedhöfe, 200 ha sind Waldflächen , 10 ha sind Wiesen und rund 15ha Sport- und Badflächen. Sie sehen aus diesen Zahlen, dass ca. ein Drittel der Bezirksfläche begrünt ist. Nicht inkludiert sind in diesen Zahlen die zahlreichen Innenhöfe und Gärten. Ottakring ist ein Bezirk der mit dem Wienerwald und Großen Parks sehr viel Grünraum hat. Auch auf diesen Flächen findet natürlich Naherholung und Spiel und Spaß für Kinder statt. Formal zählen diese jedoch nicht zu den Spielplätzen dazu. Auch Indoor spielen und treffen sich zahlreiche Kinder und Jugendliche wie im Indoorspielplatz Seversaal, im Jugendzentrum, Fun&Sport, 3 Sportanlagen Kendlerstraße (Helfort, Red Star und Erdbrustgasse WAT) oder im peppa Mädchencafé. Natürlich ist uns der weitere Ausbau und die Sanierung von Spielplätzen aber besonders wichtig. Genug Platz und Freiraum für unsere Jüngsten ist uns ein besonderes Anliegen. Deshalb sind auch für die weiteren Jahre zahlreiche Projekte geplant, wie zum Beispiel ein Robinson Spielplatz, ein besonderes Herzensprojekt."

Das sagt ÖVP-Spitzenkandidat Stefan Trittner: "In Ottakring werden wertvolle Grünflächen seit mehreren Jahren von SPÖ und Grünen umgewidmet und zubetoniert, wie bei der Gallitzinstraße. Das reduziert auch Möglichkeiten für neue Spielplätze. Wichtig wäre ein Spielplatz am Wilhelminenberg, das wünschen sich zahlreiche Jungfamilien."

Das sagt FPÖ-Spitzenkandidat Michael Oberlechner: "Wir haben in Ottakring nach wie vor viele Grünflächen, die als Spielflächen genützt werden könnten. Leider tut rot-grün alles dafür diese lieber zu verbauen. Alleine die Umsetzung des "Garten Liebhartstal - die Quelle Ottakrings"   in der Gallitzinstraße 8-16 , statt dem Riesenbauprojekt ,bei dem über 16.000 qm Grünfläche de facto verloren gehen, hätte sinnvoll ,vor allem für Kinder genutzt werden können."

Das sagt Grünen-Spitzenkandidatin Barbara Obermaier:"Ottakring hat laut dem Statistischem Jahrbuch der Stadt Wien 2019 die geringste Spielplatzfläche aller Bezirke (pro Kind unter 15 Jahre; in Ottakring nur 1,36 Quadratmeter, in der Leopoldstadt sind es 9,64 Quadratmeter) – wie kann mehr Platz für Kinder geschaffen werden? Durch eine faire Verteilung des öffentlichen Raum entsteht im dicht bebauten Stadtgebiet mehr Platz für Kinder, vor allem durch Begegnungszonen, Fußgängerzonen und menschenfreundliche Wohngrätzel."

Das sagt Neos-Spitzenkandidat Jörg Konrad: "Wir fordern schon seit längerem, dass Outdoor-Sport- und Spielflächen von Ottakringer Schulen außerhalb der Schulzeiten und in den Sommerferien geöffnet werden. Da dies flächenmäßig noch nicht ausreichen wird, setzen wir uns weiterhin für eine Änderung des Projekts in der Gallitzinstrasse ein. Gemeinsam mit der Bürgerinitiative Pro Wilhelminenberg 2030 haben wir angeregt, hier Freiflächen für Kinder und Jugendliche sowie die Schulen in Ottakring zu schaffen."

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