Massenaussterben gehört zu den dramatischsten Ereignissen der Erdgeschichte. Vulkanausbrüche, Asteroideneinschläge und andere Katastrophen haben in der Vergangenheit immer wieder dafür gesorgt, dass ein Großteil aller Lebewesen verschwand.
Forscher der Florida State University haben nun einen weiteren Prozess identifiziert, der bei diesen Ereignissen eine wichtige Rolle gespielt hat: die sogenannte Metamorphose.
Wie es auf scinexx.de heißt, entstehen metamorphe Prozesse, wenn extreme Hitze tief unter der Erdoberfläche auf Gestein trifft. Enthält das Gestein Schwefel und Kohlenstoff, werden diese Stoffe freigesetzt und gelangen an die Oberfläche.
In der Atmosphäre verwandeln sich die Schwefelemissionen in sogenannte Sulfatpartikel. Diese reflektieren einen Teil des Sonnenlichts zurück in den Weltraum. Die Folge: Die Erde nimmt weniger Energie von der Sonne auf und kühlt stark ab.
Die Sulfatpartikel begünstigen zudem die Wolkenbildung. Diese Wolken reflektieren ebenfalls Sonnenlicht und verstärken den Abkühlungseffekt zusätzlich.
Den Forschern zufolge könnten metamorphe Prozesse gleich mehrere große Aussterbeereignisse mitverursacht haben. Darunter das Massenaussterben am Ende des Ordoviziums vor rund 440 Millionen Jahren, bei dem 85 Prozent aller Arten in flachen Meeresgebieten starben.
Auch beim sogenannten "Großen Sterben" am Ende des Perms vor etwa 254 Millionen Jahren, dem schlimmsten Massenaussterben überhaupt, könnten die metamorphen Prozesse eine Rolle gespielt haben. Damals verschwanden 96 Prozent aller Meeresarten und 70 Prozent der Landlebewesen.
"Je mehr wir Massensterben untersuchen, desto stärker sehen wir, dass sie viel komplexer sind, als wir erkannt hatten", erklärt Studienautorin Emily Stewart. Die Erkenntnisse könnten auch helfen, besser zu verstehen, wie die Erde auf große Umweltveränderungen reagiert.