Eine ungewöhnlich starke Erdbebenserie sorgt derzeit für Aufmerksamkeit in Island. Die isländische Wetterbehörde IMO hat die Luftfahrt-Warnstufe für den Vulkan Bárðarbunga am Sonntag auf Gelb erhöht. Auslöser war ein intensiver Erdbebenschwarm im Nordwesten der Caldera.
Begonnen hatte die Aktivität nach einem Erdbeben der Stärke 4,8 am Samstagabend. In den Stunden danach registrierten die Experten mehrere weitere Beben über Stärke 3 sowie hunderte kleinere Erschütterungen. Bis Sonntagfrüh wurden bereits rund 400 Erdbeben gezählt.
Trotz der erhöhten Aktivität gibt es laut den Vulkanologen derzeit keine Anzeichen für einen Ausbruch. Auch vulkanischer Tremor, der häufig auf aufsteigendes Magma hindeutet, wurde bislang nicht festgestellt. Die Warnstufe bleibt dennoch auf Gelb, weil die weitere Entwicklung noch unklar ist.
Zu den stärksten Erschütterungen gehörten neben dem Beben der Stärke 4,8 ein weiteres mit Stärke 4,1 sowie ein Ereignis mit Stärke 3,7.
Die Experten vergleichen die aktuelle Lage mit einem ähnlichen Erdbebenschwarm im Jänner 2025. Auch damals wurde die Überwachung verschärft und die Warnstufe vorübergehend angehoben.
Der unter dem gewaltigen Vatnajökull-Gletscher gelegene Bárðarbunga zählt zu den aktivsten Vulkansystemen Islands. Weltweit bekannt wurde er während der Holuhraun-Eruption 2014-2015. Damals führte eine monatelange Krise zu riesigen Lavaströmen und erheblichen Belastungen durch Schwefeldioxid.
Vulkane in Island werden besonders genau beobachtet, weil Ausbrüche unter Gletschern große Aschewolken erzeugen können. Diese könnten wichtige Flugrouten zwischen Europa und Nordamerika beeinträchtigen. Die Erinnerung an den Ausbruch des Eyjafjallajökull im Jahr 2010, der den europäischen Flugverkehr teilweise lahmlegte, ist bis heute präsent.