So nah fühlte man sich der Wachau in Wien bisher wohl noch nie. Seit kurzem gibt es mitten in der Stadt einen neuen Treffpunkt für Weinliebhaber: Anna Polz und Manfred Mladosevits haben im 9. Bezirk die Weinbar "Die Wachauerin" eröffnet – mit einem klaren Bekenntnis zur Region. Genauer gesagt: zur Wachau. Und noch genauer: zum Südufer der Donau.
"Viele dieser Winzer sind in Wien unterrepräsentiert. Man kennt vor allem die großen Player vom Nordufer", sagt Polz. Genau das wollte sie ändern. In ihrer Weinbar holt sie jene Betriebe "vor den Vorhang", die zwischen Mautern und Melk am rechten Donauufer seit Jahren Spitzenweine machen – aber in Wien kaum präsent sind.
Die Idee dazu war kein Zufall. "Wir wollten etwas Neues, anderes machen und haben wirklich eine Nische gefunden", erzählt Polz. Und die Rechnung scheint aufzugehen: Die Nachfrage ist groß, das Publikum neugierig. "Das Feedback der Gäste bestätigt uns", sagt die 38-Jährige.
Im Zentrum stehen natürlich die typischen Wachauer Sorten: Grüner Veltliner und Riesling. Doch die "Wachauerin" denkt weiter. Damit auch Rotwein- und Rosé-Fans auf ihre Kosten kommen, ergänzen internationale Weine das Angebot. Insgesamt stehen 80 bis 100 Weine zur Auswahl – sorgfältig kuratiert.
Öffnungszeiten:
Montag bis Mittwoch: 15.30 Uhr bis 23 Uhr
Donnerstag und Freitag: 15.30 Uhr bis 24 Uhr
Samstag: für Veranstaltungen und Feiern auf Anfrage geöffnet
Kontakt: +43 664 9355291 oder [email protected]
Zum Wein gibt es ehrliche, bodenständige Küche. Serviert werden kalte und warme Kleinigkeiten und klassische Heurigen-Schmankerl: Original Schmidl Wachauer Laberl mit Camembert/Marillen-Chutney, Beinschinken und Kren oder mit Trüffelsalami. Außerdem warten Beef Tartar, Burrata auf Paprika-Ragout und eine marinierte Blunzn mit Grammeln und Trüffelperlen auf die Gäste.
In der Weinbar werden auch Produkte von befreundeten und regionalen Produzenten vom rechten Donauufer vertrieben: Traube- und Marillen-Säfte, Marillen Chutneys und Honig sowie Marillenschnäpse und -Liköre.
Dass hier mit Know-how gearbeitet wird, kommt nicht von ungefähr. Polz stammt aus einer Gastro-Familie, seit dem Jahr 1893 wird am Weingut Polz in Rührsdorf Weinbau betrieben. An ihrer Seite: Partner Manfred, Standortgeschäftsleiter bei Transgourmet, zuvor jahrelang bei Wein & Co tätig. Die "Wachauerin" ist für das Paar mehr als nur eine neue Weinbar. Sie ist eine kleine Liebeserklärung an eine Region – und an jene Winzer, die bisher zu oft im Schatten standen.