In der Innstraße entsteht auf einem neuen Grundstück ein moderner Grätzlmistplatz, der ein Einzugsgebiet von über 200.000 Leuten vor allem aus dem 2. und 20. Bezirk abdecken wird. Geplant sind auf einer Fläche von 6.600 Quadratmetern nicht nur ein zeitgemäßer Mistplatz, sondern auch Mannschaftsunterkünfte für die Straßenreinigung und die Müllabfuhr.
Der Plan, der nun fixiert wurde, sorgt bereits seit längerer Zeit für Ärger. Die Grünen befürchten, dass der neue Mistplatz Schwerverkehr, Lärm, Abgase und erhöhtes Verkehrsaufkommen für das Grätzl bedeutet. Die MA 48 bezeichnet den Ort allerdings als perfekt geeignet – "Heute" berichtete.
Die neue Anlage soll weitaus mehr können als nur Müll zu trennen. "Hier entsteht eine innovative Serviceeinrichtung, die gerade in Hinblick auf Kreislaufwirtschaft, Reparatur und Recycling alle Stückerl spielt: Neben der klassischen getrennten Müllentsorgung werden multifunktionale Flächen für Reparatur-Cafés oder Tauschbörsen gleich mitberücksichtigt.", betont Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ).
Bei der Errichtung stehen Klimaschutz und nachhaltige Stadtgestaltung im Fokus. Dach- und Fassadenbegrünungen, eine nachhaltige Energieversorgung mit Photovoltaikanlagen, Recyclingbaustoffe und Regenwasser-Management wurden gleich mitgeplant. Auch für einen passenden Schallschutz wird gesorgt.
Für die Planungskosten sind rund 8 Millionen Euro vorgesehen. Darin enthalten sind die Projektsteuerung, Koordination und die öffentliche Bauaufsicht sowie die komplette Planung samt allen nötigen Gutachten zu Boden, Schall, Emission, Verkehr, Statik, Vermessung, Brand- und Naturschutz. Für die Nachbarn gibt es Anfang 2026 eine erste Infoveranstaltung zum Projekt.
Nicht jeder freut sich über das Vorhaben: "Damit verdrängt die SPÖ nicht nur bis jetzt dort geplanten geförderten Wohnbau, sondern gefährdet auch die Lebensqualität tausender Anrainer:innen", kritisieren Kilian Stark, Grüner Gemeinderat und Sprecher für Stadtplanung und Mobilität, sowie Bernhard Seitz, Bezirksvorsteher-Stellvertreter der Leopoldstadt. Befürchtet wird vor allem ein erhöhtes Verkehrsaufkommen im Grätzl, Abgase und Lärm.