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Neuer Team-Trainer bis 18. November fix

Teamchef Didi Constantini wird noch bis Ende des Jahres das ÖFB-Nationalteam betreuen. Der Nachfolger steht bis spätesntes 18. November fest.

Heute Redaktion
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Fix ist: Teamchef Didi Constantini bleibt. Interimslösung wird es keine geben. Der Tiroler wird also noch bei den unerheblichen EM-Qualifikationsspiele gegen Aserbaidschan (7. Oktober) und Kasachstan (11. Oktober) auf der Trainer-Bank sitzen. Beim Testspiel gegen die Ukraine am 15. November soll allerdings schon der neue Trainer das Ruder im Team in der Hand halten. Offiziell präsentiert werden soll der neue Teamchef spätestens am 18. November. An dem Tag findet die Terminkonferenz für die WM-Qualifikation statt.

Gute Deutschkenntnisse als Anforderung

Es gibt einen Kanditaten-Pool für einen neuen Team-Chef. Dieser Pool wird von einem Experten-Team erstellt. Derzeit wird ein Anforderungsprofil für einen neuen Trainer erarbeitet. Bei der Entscheidung dabei: Austria-Vorstandsmitglied Thomas Parits und Rapid Nachwuchstrainer Carsten Jancker. Als möglicher Kandidat für einen Team-Trainer gehandelt wird Andi Herzog.

Fest steht:

Der Team-Chef muss über "gute Deutschkenntnisse" verfügen. Die Erfahrungen mit dem Ex-Teamchef Karel Brückner sind dem ÖFB eine Lehre.
Es werden keine Millionen für einen neuen Team-Trainer ausgegeben. Damit kommen keine Kandidaten in Frage, die international übliche Top-Gagen verlangen.
Der neue Kandidat kann gebunden sein. Es ist also möglich, dass ein derzeit vertraglich gebundener Trainer herausgekauft wird. Deswegen glauben Insider, dass Franco Foda ein realistischer Kandidat sein könnte.


Windtner über die Entscheidung:

Leo Windtner verkündete um 12 Uhr vor Journalisten, dass Constantini noch bis 31.12. auf der Trainerbank sitzen werde. Windtner: "Wir haben beschlossen, dass die Qualifikation mit Constantini fertig gespielt wird. Dann wird darüber entschieden. Gestern haben wir unsere letzte Chance nicht realisiert. Somit hat sich die Situation für uns verändert. Ich hatte heute ein sehr sehr gutes Gespräch mit Constantini. Darüber informierte ich dann das Direktorium. Das Ergebnis: Es ist absehbar, dass für eine Verlängerung des Vertrages, der noch bis 31.12. läuft, zwischen ÖFB und Constantini keine Mehrheit erzielbar sein wird und daher der Vertrag mit 31.12.2011 ausläuft. Constantini wird aber gemäß einstimmigem Beschluss im Direktorium Constantini das Team im November noch betreuen. Es ist augenscheinlich, dass es keinen Bruch zwischen Teamchef und Mannschaft gibt."



Windtner über Didi-Nachfolger:

Windtner sei vom ÖFB beauftragt worden, die Suche nach einem neuen Teamchef voran zu treiben, womit er, Windtner, unverzüglich beginnen werde. "Es wird keine Interimslösung geben", so der Präsident. Ob ein Österreicher oder Ausländer das Team künftig trainieren werde, sei für ihn egal: "Ich bin für jede Lösung offen". Auf die Frage, wieviel Geld ein Top-Trainer dem ÖFB wert sei, antwortete Windtner: "Millionen für einen großen Namen zu verballern ist nicht unser Stil." Derzeit werde ein Anforderungsprofil für einen neuen Trainer erarbeitet. Bei der Entscheidung dabei: auch Parits und Jancker. Nächste Woche könnte es eine Entscheidung geben, da tagt der ÖFB erneut.



Constantini gesteht Fehler ein:

Constantini sprach über seine Enttäuschung, dass sich das Team nicht für die EM qualifiziert hat: "Dass wir uns nicht qualifiziert haben, ist ein Grund für einen Trainerwechsel. Ich nehme das an. Irgendwo war das natürlich zu erwarten, also hält sich die Enttäuschung in Grenzen." Der Trainer gesteht auch Fehler ein: "Unser Team hat in den letzten Spielen nicht entsprochen. Wir haben zu wenig Tore gemacht. Das ist klar." Es sei schwerer, als man denkt, ein funktionierendes Team auf die Beine zu stellen. Tipps für einen Nachfolger wolle er keine geben.



Constantini über das Team:

Der Trainer hob vor allem David Alaba als gutes Beispiel für einen jungen Spieler hervor. "Der wird von Spiel zu Spiel besser." Für die letzten Spiele werde es keine großen Umstellungen bei den Spielern geben, kündigte der Teamchef an.



Windtner hatte nach dem 0:0 keinen Grund gesehen, Constantini in Frage zu stellen. Hat der ÖFB-Präsident etwa vergessen, was am Freitag in Gelsenkirchen passierte? "Wir werden uns morgen zusammensetzen und analysieren. Die Situation ist für mich offen. Es hängt stark davon ab, welche Perspektive Constantini hat", meinte der ÖFB-Präsident.
+++ Live-Ticker des Spiels zum Nachlesen (auf Deutsch) +++
Constantini war am 4. März 2009 als Nachfolger von Karel Brückner ernannt worden. Allerdings gelang es auch dem 56-jährigen Tiroler nicht, das ÖFB-Team zu einer Endrunde zu führen. Am Dienstag wurde mit einem 0:0 gegen die Türkei die letzte theoretische Chance auf eine Teilnahme an der EM 2012 verspielt. In 23 Spielen unter Constantini gab es lediglich sieben Siege, aber 13 Niederlagen.
In den jüngsten zehn Spielen feierte die Nationalmannschaft nur einen Sieg, dem stehen sieben Niederlagen gegenüber. Als Favoriten auf die Nachfolge als Teamchef gelten laut diversen Medien Sturm-Graz-Trainer Franco Foda, der Deutsche Starcoach Christoph Daum, aber auch Ried-Trainer Paul Gludovatz und U21-Teamchef Andreas Herzog. Selbst der Name Otto Rehhagel wurde bereits ins Spiel gebracht.



Statement nach dem Spiel

"Die Leistung war in Ordnung. Wenn man die Mannschaft sieht, war sie gut eingestellt und topmotiviert", versuchte Constantini noch am Dienstag das magere 0:0 schönzureden. Dabei hatte sein Team nur über 25 Minuten die Türken in Schach halten können, danach hatten die Österreicher Glück, dass die Türken ihre zahlreichen Chancen nicht nutzten.
+++ Spielbericht: Torloses Match führt zur verpassten EM-Chance +++
Fußballlegende Herbert Prohaska ist nicht der einzige, der fordert, dass der ÖFB die verpatzte EM-Quali so schnell wie möglich abhaken muss. Das neue Ziel heißt ab sofort WM 2014 in Brasilien, und mit dieser Aussicht sollte schnellstmöglich entschieden werden, "ob es mit oder ohne Constantini weitergehen soll", analysiert der Jahrhundert-Fußballer.
+++ Live-Ticker zum Nachlesen (auf Türkisch) +++