Schweizer über Olympia

"Nicht im Sinne des Sports" – Skistar rechnet ab

Nur acht Hundertstel fehlten Justin Murisier für Olympia – nun rechnet der Schweizer mit den Startregeln ab.
Sport Heute
25.02.2026, 18:14
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Dass er die Olympischen Spiele nur vor dem Fernseher verfolgen durfte, während sich in Bormio Athleten aus aller Welt aus dem Starthaus wagten, wurmt Justin Murisier noch immer gewaltig.

Gerade einmal acht Hundertstelsekunden fehlten dem Schweizer, um die Selektionskriterien zu erfüllen und sich sein Olympia-Ticket zu sichern. Während Teamkollege Franjo von Allmen zu drei Goldmedaillen raste, blieb dem 34-Jährigen nur die Zuschauerrolle daheim.

Nach dem Großereignis machte Murisier seinem Ärger Luft. "Es macht mich traurig, wenn in der Abfahrt nur 34 Rennfahrer am Start stehen und vielleicht 25 davon wirklich auf höchstem Niveau Skifahren können", bilanzierte er. "Es kann nicht sein, dass Athleten mit Medaillenpotenzial zu Hause bleiben müssen und beim wichtigsten Rennen der letzten vier Jahre Exoten zuschauen."

Aus seiner Sicht ist die Leistungsdichte bei Olympia zu unausgeglichen. Während im Weltcup die Top 30 nach dem ersten Durchgang oft innerhalb von zweieinhalb Sekunden liegen, habe der 30. im Olympia-Slalom mehr als acht Sekunden Rückstand auf die Bestzeit gehabt. "Das ist keine gute Werbung für unseren Sport", wird Murisier zitiert.

Noch deutlicher seien die Unterschiede in der Abfahrt gewesen. Dem Iren Cormac Comerford fehlten über elf Sekunden auf die Siegerzeit von von Allmen. Als Zwanzigster hätte er im Weltcup dennoch FIS-Punkte erhalten.

Grundsätzlich habe er kein Problem damit, dass auch Athleten aus klassischen "Nicht-Ski-Nationen" bei Olympia starten dürfen, betont Murisier. Kritisch werde es aber, wenn dadurch etablierte Weltcupfahrer um ihre Startplätze gebracht würden. "Eigentlich müssten die Top 30 der Weltrangliste vor diesen Exoten ins Rennen gehen. Doch durch die Olympia-Regelung dürfen einige Top-30-Athleten gar nicht starten. Und das ist nicht im Sinne des Sports", so der Abfahrtssieger von Beaver Creek 2024.

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