Das Wetterphänomen El Niño soll laut der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) in den nächsten Monaten zurückkommen – und diesmal könnte es besonders heftig werden.
Die UNO-Organisation mit Sitz in Genf hat am Freitag bekanntgegeben, dass die von El Niño ausgelösten Wetterschwankungen schon zwischen Mai und Juli auftreten können. Die Prognosen zeigen, dass fast überall auf der Welt die Temperaturen an Land in den nächsten drei Monaten höher als sonst sein könnten.
El Niño ist ein natürliches Phänomen, bei dem sich die Wasseroberfläche im Pazifik erwärmt. Das sorgt weltweit für Veränderungen bei Wind, Luftdruck und Niederschlägen. Am Anfang ist El Niño einfach ein warmer Meeresstrom, der die Wassertemperatur vor der Pazifikküste von Lateinamerika um einige Grad steigen lässt.
Normalerweise blasen Passatwinde das warme Wasser entlang des Äquators nach Westen und bringen kaltes, nährstoffreiches Wasser an die Küste. Ändert sich aber der Luftdruck, schwächt der Wind ab oder bläst sogar Richtung Land.
Das warme Wasser im Westen des Pazifiks strömt dann zurück zur Küste, und der Austausch zwischen kaltem und warmem Wasser in Küstennähe bleibt aus. Damit beginnt eine Kettenreaktion, die nicht mehr aufzuhalten ist.
2024 ist durch El Niño zum heißesten Jahr seit Beginn der Messungen geworden. Das Phänomen taucht alle zwei bis sieben Jahre auf und dauert meist zwischen neun und zwölf Monate. Die WMO sagt, dass der menschengemachte Klimawandel El Niño nicht häufiger oder stärker macht, aber die Auswirkungen können dadurch schlimmer werden. "Dies sei etwa in den Jahren 2023-2024 der Fall gewesen."
Auch die Wahrscheinlichkeit für ein besonders starkes El-Niño-Ereignis – genannt "Super El Niño" – ist zuletzt deutlich gestiegen. Noch im März lag die Chance für ein besonders heftiges Ereignis bei rund 20 Prozent – inzwischen halten Experten ein deutlich realistischeres Szenario für möglich.