Dieser Tage stellte sich schon der burgenländische Landeshauptmann Hans Peter Doskozil gegen ein höheres Pensionsalter. Er fordert stattdessen bessere Arbeitsbedingungen und Jobchancen für Ältere.
Statt einer Erhöhung fordert Doskozil altersgerechte Arbeitsplätze, mehr Gesundheitsprävention und bessere Jobchancen für Menschen über 55. Aus seiner Sicht würde die angedachte Maßnahme wenig bringen, wenn ältere Arbeitnehmer bereits davor keinen Job mehr finden.
Auch die Arbeiterkammer OÖ kritisiert die Pläne und untermauert das mit aktuellen Zahlen des AMS: Im Juli waren rund 26.300 Menschen ab 60 Jahren in Österreich arbeitslos.
Bemerkenswert sei laut AK die Entwicklung bei weiblichen Arbeitnehmern aufgrund der schrittweisen Anhebung des Regelpensionsalters: So stieg bundesweit die Arbeitslosigkeit der 61-jährigen Frauen innerhalb eines Jahres um fast 3.000 Personen bzw. plus 356 Prozent an.
Eine Auswertung der Kammer zeige zusätzlich, dass rund 41 Prozent der Betriebe in Oberösterreich mit mehr als vier Mitarbeitern keine einzige Person über 60 Jahren beschäftigen. Laut Studien würden ältere Arbeitnehmer bei gleicher Qualifikation viel seltener eingestellt oder überhaupt zu Vorstellungsgesprächen eingeladen.
Schon jetzt sei es für viele schwierig, die Schwerarbeitspension in Anspruch zu nehmen. Statt das Pensionsalter pauschal anzuheben, brauche es Lösungen, die lange und belastende Arbeitsleben berücksichtigen. AK-Präsident Andreas Stangl will Unternehmen in die Pflicht nehmen, "ältere Menschen zu beschäftigen". Zu einer Anhebung sagt er klar: "Nicht mit uns!"
Um für Vollbeschäftigung zu sorgen, brauche es auch ein ausreichendes AMS-Budget, betont die Kammer. Für eine nachhaltige Pensionssicherung sei Beschäftigung zentral. Arbeitsplätze müssten so gestaltet werden, dass Beschäftigte gesund in Pension gehen können. Ein höheres gesetzliches Pensionsantrittsalter bedeute oftmals Pensionskürzungen durch die Hintertür.