Die Hitzewelle in Österreich steuert auf ihren Höhepunkt zu. Am Dienstag und Mittwoch wird es vor allem im Osten extrem heiß. Die GeoSphere Austria hat deshalb die höchste Hitzewarnstufe Rot ausgegeben.
Diese gilt in den nächsten zwei Tagen in ganz Wien, dem Weinviertel, dem Nordburgenland inklusive Seewinkel, sowie dem Wiener Becken und St. Pölten Stadt.
Es wird so heiß, dass auch der bisherige Allzeit-Temperaturrekord von 40,5 Grad, gemessen 2013 in Bad Deutsch-Altenburg, fallen könnte. Das wäre vor dem Wochenende beinahe in Wieselburg passiert. Am Freitag wurde dort mit 40,3 Grad ein neuer Juli-Rekord für ganz aufgestellt.
Nicht nur die extremen Höchsttemperaturen untertags sind ein Problem. Grund für das Auslösen der höchsten Hitzewarnstufe durch die GeoSphere ist auch das Fehlen nächtlicher Abkühlung. Erwartet werden Tiefstwerte von 24 bis 27 Grad in den Ballungsräumen, und selbst außerhalb der Städte sind demnach rund 23 Grad oder mehr möglich.
Ein ausschlaggebender Grund, dass nun die höchste Hitzewarnstufe ausgegeben wurde, ist auch die fehlende Abkühlung in den Nächten. Die voraussichtlichen Temperaturminima liegen in Ballungsräumen bei 24 bis 27 Grad. Auch außerhalb der Städte sind Temperaturen um 23 Grad und darüber möglich.
Die extreme Hitze ist auch eine Belastung für den menschlichen Körper. Während der Juni-Hitzewelle wurden 20 Prozent mehr Todesfälle verzeichnet – alleine in Österreich 395 – als im langjährigen Schnitt im selben Zeitraum normal wäre.
Angesichts der Risken der erwarteten Backofen-Temperaturen sprechen die Experten der GeoSphere klare Empfehlungen an die Bevölkerung aus: Direktes Sonnenlicht soll gemieden werden, Kinder sind besonders vor der Sonne zu schützen. Verbaute und versiegelte Plätze ohne Schatten sollten möglichst gemieden werden. Zwischen etwa 12 und 16 Uhr sollte man nicht nach draußen gehen.
In Wohnungen helfen geschlossene Vorhänge und Jalousien. Fenster sollten vor allem nachts oder in den kühlen Morgenstunden geöffnet werden. Körperliche Anstrengungen im Freien sollten auf den frühen Morgen oder den Abend verlegt werden. Empfohlen werden außerdem helle, luftige Kleidung, Kopfbedeckung, kühle Duschen sowie kalte Arm- und Fußbäder.
Hitze führt zu erhöhter Körpertemperatur, Schwäche und Müdigkeit und im extremen Fall auch zu Verwirrtheit und Schwindel. Eine häufige Ursache dafür: Dehydrierung.
Wichtig ist daher auch regelmäßiges Trinken! Mindestens zwei bis drei Liter, am besten Wasser, ungesüßter Tee oder mit Wasser verdünnte Fruchtsäfte. Besonders ältere Menschen und Kinder sollten genug Flüssigkeit zu sich nehmen. Leichte Nahrung wird empfohlen, Alkohol sollte vermieden werden. "Achten sie besonders auf Kinder und vulnerable Personen in ihrer Nähe", appelliert die GeoSphere.
Dienstag: Vielerorts scheint wieder den ganzen Tag die Sonne und es wird sehr heiß, im Osten sogar extrem heiß. Nur im Bergland, besonders in der Landesmitte gibt es am Nachmittag wieder lokale Schauer und Gewitter. Der Wind weht abseits von Gewittern schwach bis mäßig aus Südost bis Südwest. Frühtemperaturen 16 bis 25 Grad, Tageshöchsttemperaturen 33 bis 40 Grad, am heißesten wird es im Osten.
Mittwoch: Das sonnige und sehr heiße Wetter setzt sich fort, es ist aber labiler als zuletzt. Erste Regenschauer sind im Westen bereits am Vormittag möglich und im Tagesverlauf steigt die Schauer- und Gewitterneigung über dem Berg- und Hügelland recht verbreitet an. Höchstens einzelne Gewitterzellen erreichen auch das Flachland. Der Wind weht abseits von Gewitterböen meist nur schwach, nur im nördlichen Alpenvorland und im Osten auch teils mäßig aus West. Frühtemperaturen 14 bis 27 Grad, Tageshöchsttemperaturen 31 bis 40 Grad, weiterhin ist es im Osten am heißesten.
Donnerstag: In der schwülheißen und labilen Luftmasse entstehen im Tagesverlauf bald Quellwolken und recht verbreitet Regenschauer und Gewitter, ausgehend vom Bergland. Im Laufe des Nachmittages und zum Abend hin können dann aber auch vermehrt Gewitterzellen über das Flachland ziehen. Am ehesten trocken bleibt es im Südosten. Der Wind weht abseits von Gewitterböen schwach bis mäßig aus West. Frühtemperaturen 16 bis 26 Grad, Tageshöchsttemperaturen 30 bis 39 Grad, wobei es im Osten am heißesten ist.
Freitag: Eine Störungszone liegt quer über Österreich. Damit startet der Tag im Westen und Norden bereits bewölkt mit Regen und Regenschauern. Weiter im Osten und Südosten scheint zunächst noch die Sonne. Dort steigt dann tagsüber die Schauer- und Gewitterneigung immer mehr an, während es in der Westhälfte tagsüber teilweise wieder auflockert und sich ein Wechsel aus Sonne, Wolken und Regenschauern einstellt. Der Wind weht im Osten zunehmend mäßig bis lebhaft aus West bis Nordwest, sonst ist es eher windschwach. Frühtemperaturen 15 bis 24 Grad, Tageshöchsttemperaturen 23 bis 33 Grad, heiß ist es nochmals ganz im Osten und Südosten.