Österreich erlebt den nächsten historischen Hitzetag. Am Freitagnachmittag kletterte die Temperatur in Wieselburg in Niederösterreich auf 39,8 Grad. Das meldete ORF-Meteorologe Manuel Oberhuber kurz nach 16 Uhr.
"Neuer nationaler Juli-Hitzerekord für Österreich. 39,8 Grad jetzt in Wieselburg in Niederösterreich", schrieb der Wetterexperte. Auch David Kaufmann von tauernwetter.at bestätigt: "Damit ist der höchste Juli-Wert der österreichischen Messgeschichte gefallen und der bisherige Juli-Rekord wurde nach 43 Jahre gebrochen."
Dabei sollte es aber nicht bleiben. Laut GeoSphere Austria stieg die Temperatur noch weiter, und zwar auf 40,3 Grad um 16.30 Uhr.
Der bisherige Rekord von 39,7 Grad, aufgestellt am 27. Juli 1983 in Dellach im Drautal. Der neue Rekordwert gilt vorerst als aktuelle Messung und muss noch abschließend geprüft werden. Niederösterreich, Oberösterreich und Wien haben ebenfalls einen neuen Allzeitrekord für Juli aufgestellt.
Oberhuber hatte bereits zuvor angekündigt, dass Österreich ein "Tag für die Wetter-Geschichtsbücher" bevorsteht. Seine Prognose traf damit voll ins Schwarze: Der bisherige österreichweite Höchstwert für den Monat Juli wurde übertroffen.
Der absolute Hitzerekord Österreichs bleibt vorerst bestehen. Dieser liegt bei 40,5 Grad und wurde am 8. August 2013 in Bad Deutsch-Altenburg in Niederösterreich gemessen. Die 39,8 Grad von Wieselburg sind dennoch ein neuer nationaler Höchstwert für einen Julitag.
Schon am Vormittag hatte sich die extreme Hitze abgezeichnet. In Wien wurde die 30-Grad-Marke bereits um 9 Uhr erreicht. In allen Bundesländern wurden Temperaturen über 35 Grad erwartet.
Auch der Westen erlebt einen außergewöhnlichen Sommer. Bregenz verzeichnete bereits am Donnerstag den 30. Hitzetag des Jahres – so viele wie noch nie seit Beginn der Messungen. Wien, Graz, Salzburg, Klagenfurt und Linz liegen heuer ebenfalls unter den zehn heißesten Sommern ihrer jeweiligen Messreihen.
Die Wetterkarten der Unwetterzentrale leuchteten angesichts der hohen Temperaturen tiefrot und violett. "Manchen mag die Farbgebung triggern, aber es ist einfach extrem", erklärten die Meteorologen.
Die hohen Werte sind dabei nicht nur auf dicht verbaute Städte zurückzuführen. Auch auf dem Sonnblick in rund 3.106 Metern Seehöhe zeigt sich seit Beginn der Messungen im Jahr 1886 ein deutlicher Erwärmungstrend. Der menschengemachte Klimawandel spielt bei der zunehmenden Zahl der Hitzetage eine entscheidende Rolle.
Am Freitagabend ziehen besonders in der Westhälfte Schauer und Gewitter durch. Lokal drohen große Regenmengen in kurzer Zeit, Hagel und Sturmböen. Im westlichen Donauraum sind mit dem Durchzug der Gewitter ebenfalls schwere Böen möglich. In Niederösterreich frischt der Westwind lebhaft bis kräftig auf.
In der Nacht nimmt die Gewittertätigkeit langsam ab. Zum Morgen können in Vorarlberg aber erneut Regenschauer oder Gewitter durchziehen.
Der Samstag beginnt in vielen Regionen sonnig. Im Westen und ganz im Norden sind bereits lokale Schauer möglich. Im Tagesverlauf breiten sich teils kräftige Gewitter über das Berg- und Hügelland aus. Lokal besteht Unwettergefahr durch Hagel, Starkregen und Sturmböen.
Am Sonntag setzt sich nach Restwolken am Vormittag häufig die Sonne durch. Ab Mittag steigt die Gewittergefahr an der Alpennordseite und im zentralen Bergland erneut deutlich an. Besonders im Westen können die Gewitter heftig ausfallen. Von Unterkärnten über das Burgenland bis ins östliche Flachland bleibt es hingegen oft sonnig.
Am Montag verschärft sich die Hitzewelle erneut. Im Osten und Südosten bleibt es trocken, sonnig und sehr heiß. Im östlichen Flachland sind Temperaturen bis knapp 40 Grad möglich.
Von Vorarlberg bis ins Waldviertel sowie im Bergland bilden sich neuerlich Schauer und kräftige Gewitter. Dabei sind große Regenmengen in kurzer Zeit und stellenweise Hagel möglich.
Ein nachhaltiges Ende der Hitzewelle ist derzeit nicht in Sicht. Nach aktuellem Stand könnte die extreme Hitze erst gegen Ende der kommenden Woche nachlassen.