Platz acht (Big Air) und Platz zehn (Slopestyle) – so lautet die Bilanz von Anna Gasser bei den diesjährigen Olympischen Spielen. Die 34-Jährige macht kein Geheimnis daraus, dass sie sich mehr erhofft hatte. Mit der "Kleinen Zeitung" spricht die zweimalige Olympiasiegerin über ihre Gedanken nach ihrem letzten Bewerb bei Olympia.
Angesprochen auf ihren Abschied sagt sie: "Ich habe gedacht, scheiße – auch wenn ich das normalerweise nicht in den Mund nehme. Ja, ich bin enttäuscht. Es war nicht das, was ich kann. Ich habe mir sogar extra die Beine getapet, obwohl ich mir geschworen habe, es nicht mehr zu machen. Das einzig Positive an dem Kurs ist, dass ich ihn nie wieder fahren muss."
Ihr Start in ihre Olympia-Karriere verlief holprig, wie Gasser erzählt: "Die Aufmerksamkeit kam von null auf hundert, das war ein richtiger Schock. Ich war damals 22 und hatte kaum Kontakt mit Medien. Ich habe die Qualifikation gewonnen und hatte anschließend einen Frühstart, bin zu früh losgefahren und wieder zurückgerufen worden. Ich bin raufgeklettert und wieder hinuntergerutscht – und das vor allen Leuten. Ein Betreuer wollte mir helfen und ist ebenfalls mit runtergerutscht. Das war mir damals so peinlich, und dann war ich auch noch in den besten Olympia-Hoppalas."
Beendet Gasser noch in diesem Jahr ihre Karriere? "Wer weiß, was passiert, aber nach diesem Slopestyle-Bewerb habe ich wenig Lust. Und was viele vergessen: In unserem Sport muss man sich das ganze Jahr über pushen. Man kann nicht wie Lindsey Vonn nach ein paar Jahren zurückkehren. Unser Level lässt das einfach nicht zu."
Die nächsten Tage und Wochen will Gasser mit ihrer Familie verbringen – auf Pizza und Pasta hat sie derzeit allerdings wenig Lust.