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Niemand will am HSV-Fan-Friedhof beerdigt werden

Fan sein, bis über den Tod hinaus. Das war der Gedanke hinter dem Angebot eines HSV-Fanfriedhofs. Doch zehn Jahre später liegt die Anlage brach.

Heute Redaktion
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Die letzte Ruhe in unmittelbarer Nähe zum Stadion des Lieblingsklubs zu finden – das ermöglichte der HSV seinen Fans im Jahre 2008, weihte auf dem Friedhof Altona, keine 100 Meter vom Volksparkstadion entfernt, den ersten Fan-Friedhof der Welt ein.

Das brachte dem im Mai erstmals abgestiegenen Verein weltweit Schlagzeilen ein. Doch nun droht der Fan-Friedhof selbst auszusterben.

Anlage verwildert

Ein Spaziergang über die verwilderte Anlage wirkt gespenstisch. Nur sieben der 500 Gräber sind vergeben. Davon sind zwei Ruhestätten allerdings Mustergräber. Zuletzt wurde 2017 ein Grab vergeben. Die treuen HSV-Anhänger lassen sich lieber auf dem benachbarten Friedhof in Familiengräbern beisetzen, als auf dem Fan-Friedhof.

Das ärgert auch den Friedhofsgärtner Lars Rehder, der gemeinsam mit dem ehemaligen Vorstand Christian Reichert die Friedhofs-Idee hatte. Dabei hatte es gut angefangen, der Supporters-Club hatte anfangs mit Spenden unterstützt. "Nach der Bauphase brach alles zusammen. Vom HSV kommt gar nicht mehr. Von solch einem Traditionsverein hätte ich mehr Interesse am Thema erwartet", so Rehder in der Bild.

Keine Unterstützung vom Verein

Selbst die Kosten seien moderat: Ab 4.250 Euro gibt es eine HSV-Grabstätte. Da ist dann auch der Grabstein und die Pflege für 25 Jahre inbegriffen. Trotzdem herrscht gähnende Leere.

"Der HSV ist fein raus. Aber man könnte das Thema trotzdem mehr bewerben, vielleicht die Stadionführung um einen Friedhofs-Besuch erweitern", regte Rehder an. Nun möchte sich der Fanklub zumindest wieder um die letzte Ruhestätte der HSV-Anhänger kümmern. (Heute Sport)