Niki Lauda: Das Protokoll des letzten Lebensjahres

Niki Lauda starb im Alter von 70 Jahren. Sein letztes Lebensjahr war vom Überlebenskampf und Rückschlägen geprägt.
Die Sportwelt und ganz Österreich trauern um Niki Lauda. "Niki Nationale" verstarb in der Nacht auf Dienstag im Alter von 70 Jahren. Der dreifache Weltmeister entschlief im Kreise der Familie in einer Zürcher Klinik.

Für Außenstehende kam die Meldung vom Ableben des Wieners überraschend. Walter Klepetko, jener AKH-Chirurg, der ihn seit der Lungentransplantation im Vorjahr medizinisch betreute, verriet aber, dass sich der Tod schon länger abgezeichnet hatte.

"Niki Lauda hat gekämpft. Er war ein toller Mann. Aber es war seit einiger Zeit klar, dass wir ihn nicht mehr auf die Rennstrecke zurückbringen können", sagte der Mediziner der "APA". "Es gibt keine Todesursache. Es war ein langer Prozess, an dessen Ende der Patient gegangen ist."

CommentCreated with Sketch.0 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Lauda hat wahrlich gekämpft. Ein Blick auf das Protokoll des vergangenen Jahres unterstreicht, wie hart.



2. August 2018: Die Meldung verbreitet sich wie ein Lauffeuer durch den heimischen Blätterwald. Niki Lauda wurde ins Wiener AKH eingeliefert und muss sich einer Lungentransplantation unterziehen.

Lauda hatte den Familienurlaub in Ibiza abgebrochen. Keine Sommergrippe, wie zunächst gedacht. Eine Entzündung der Lungenbläschen. Genug, um die vorgeschädigte Lunge der Motorsport-Ikone irreparabel in Mitleidenschaft zu ziehen.

Exakt 42 Jahre und einen Tag nach seinem fürchterlichen Feuerunfall am Nürnburgring (1976) erfolgte der schwere Eingriff in der Bundeshauptstadt.

4. August 2018: "Wir sind sehr zufrieden", lässt Chirurg Klepetko die Lauda-Fans wissen. Der Eingriff sei erfolgreich durchgeführt worden, die Spenderorgan-Zuteilung durch die unabhängige Eurotransplant erfolgt. Sprich: kein Promi-Bonus. Die Ärzte zeigten sich mit dem Verlauf vorsichtig zufrieden.

8. August 2018: Die Meldungen fallen weiter positiv aus. 24 Stunden nach der Operation sei Lauda bereits bei vollem Bewusstsein gewesen. Die Ärzte lobten Lauda als Kämpfer, sprachen von der Möglichkeit auf hohe Lebensqualität.

25. Oktober 2018: Wieder gute Nachrichten. Lauda kann aus dem Wiener AKH entlassen werden. Zweieinhalb Monate nach seiner erfolgreichen Operation ist er auf dem Weg der Besserung. Das Schlimmste habe er hinter sich, aber einen harten Weg vor sich. Nach Monaten im Krankenbett muss er ein strenges Reha-Programm befolgen, um wieder zu Kräften zu kommen.

Klepetko: "Der Motor brummt, am Fahrgestell müssen wir noch arbeiten." Mercedes-Aufsichtsratsboss Lauda plant schon, in die Boxengasse zurückkehren zu können. Sogar das Saison-Finale wird als (letztlich zu hoch gestecktes) Ziel ausgegeben.



24. November 2018: Niki Lauda meldet sich erstmals zu Wort. In einer Videobotschaft spricht er von einer "harten Zeit" und kündigt an, er "werde bald wieder da sein". Er gratuliert seinem Team Mercedes zur Konstrukteurs-, Lewis Hamilton zur Fahrer-Weltmeisterschaft.

25. Dezember 2018: Lauda gibt Interviews: "Das ist nicht vergleichbar, weil ich noch nie in so einem Todeskampf war wie jetzt", sagt er über die vergangenen Monate. "Irre. Monatelang nur im Bett liegen. Umgeben von Personal, das mich irgendwie am Leben erhalten hat."



8. Jänner 2019: Lauda erleidet einen schweren Rückschlag. Er hat sich mit der Grippe angesteckt, leidet nun an einer Lungenentzündung und wird stationär im AKH behandelt.

22. Februar 2019: Niki Lauda feiert seinen 70. Geburtstag. Über seinen Zustand ist nur wenig bekannt.

Anfang März: Lauda tritt seine Reha in der Klinik Cereneo nahe Luzern an.

Anfang Mai: Wie erst später öffentlich bekannt wird, verschlechtert sich sein Zustand dramatisch. Lauda hat Probleme mit der Spenderniere, muss zur Dialyse nach Zürich.

21. Mai 2018: Lauda verliert seinen letzten Kampf, entschläft im Kreise seiner Familie.

(SeK)

Nav-AccountCreated with Sketch. SeK TimeCreated with Sketch.| Akt:
NewsSportMotorsportFormel 1Mercedes GPNiki Lauda

ThemaCreated with Sketch.Mehr zum Thema

CommentCreated with Sketch.Kommentieren