Nikolo-Überraschung für die verspielten Keas

Das Tierpfleger-Tagebuch aus Schönbrunn - nur hier bei "HeuteTierisch"
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Bei den verspielten Keas aus Schönbrunn - Dexter (19) und Ika (3) - schaut der Nikolo vorbei. Tierpflegerin Julia Kaiser nimmt dich mit ins Gehege.

(Tagebucheintrag von Julia Kaiser, Tierpflegerin im Tiergarten Schönbrunn)

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Unsere Keas haben heute am 6. Dezember zwei kleine Nikolaus-Dosen gefüllt mit Leckerlis bekommen. Immer, wenn ich in die Voliere komme, wissen unsere Tiere, dass es irgendetwas Gutes für sie gibt. Heute haben sie gleich gesehen, dass ich ihnen eine Beschäftigung bringe.

Prinzipiell beschäftigen wir sie jeden Tag. Dieses Mal waren besonders viele Leckerlis dabei. Darüber haben sie sich natürlich sehr gefreut. Nachdem ich ihnen die Nikolo-Überraschungen hingestellt habe, haben die Keas sie als erstes inspiziert, um zu wissen, was drin ist. Dann haben sie die guten Sachen herausgesucht und anschließend einen der Nikolos zerstört, um ganz sicher zu gehen, dass nichts übersehen worden ist.

Was der Nikolo Leckeres bringt

Die Nikolo-Dosen wurden mit Holzwolle befüllt. Das macht es für die Keas schwieriger, das Futter herauszukriegen. Da kann man unten ein paar Nüsse reingeben, dann Holzwolle drauf und wieder ein paar Nüsse dazu und so weiter Schicht um Schicht. Wenn die Nüsse nicht in der Holzwolle stecken würden, würden die Keas die Nikolo-Dosen einfach umschubsen und die Nüsse aufsammeln, weil sie sehr gescheit sind und wissen, wie sie schnell an den Inhalt herankommen.

Die Nüsse sind quasi ein Studentenfutter-Mix mit Cashew-Kernen, Haselnüssen, Pekanüssen, Walnüssen und geschälten Mandeln. Außerdem gebe ich noch Ölfrüchte hinein. Alle unsere Papageien lieben Nüsse. Da diese aber sehr fetthaltig sind, kriegen unsere Tiere diese Leckerlis nicht allzu häufig. Aber wenn der Nikolo kommt, kann man ihnen schon mal so etwas Leckeres geben.

Der neuseeländische Bergpapagei: kreativ, clever, neugierig, verspielt

Unsere Keas fressen ansonsten hauptsächlich Gemüse. Paprika und Karotten mögen sie wahnsinnig gern. Sie fressen aber auch Gurken und Zucchini und hie und da etwas Obst. Keas sind Allesfresser und fressen auch in freier Wildbahn Tierisches. Bei uns kriegen sie deshalb ab und an etwas Topfen oder Faschiertes.

Der Kea ist ein neuseeländischer Bergpapagei. In den sehr kargen Berglandschaften Neuseelands müssen Keas sehr kreativ sein, um an Futter zu gelangen. Deshalb sind sie auch in freier Wildbahn sehr verspielt und neugierig. Aus diesem Grund muss man, wenn man in Neuseeland Urlaub macht, ein bisschen auf seine Rucksäcke aufpassen. Denn die Keas zögern nicht und knabbern an allem herum und versuchen es, zu öffnen – auf Futtersuche oder einfach aus Neugier.

Dexter (19) und Ika (3) – die Keas im Tiergarten Schönbrunn

Bei uns im Tiergarten leben das Kea-Männchen Dexter und das Weibchen Ika. Der Dexter wird bald 19 Jahre alt und ist sogar bei uns im Tiergarten geschlüpft. Ika ist jetzt knapp 3 Jahre alt und erst seit einem Jahr bei uns. Wir trainieren unsere Keas auch, einerseits zur Beschäftigung und andererseits, um sie leichter untersuchen zu können. Dexter springt uns auf die Schulter, und wir können sein Brustbein berühren. Das hat den Vorteil, dass wir ganz leicht feststellen können, ob er zu dick oder zu dünn ist, das heißt, welchen Ernährungszustand er hat. Manchmal lässt Dexter es auch zu, dass ich seine Krallen begutachten kann. Wir können das Tier also begutachten und dann entscheiden, ob wir einen Tierarzt kommen lassen müssen.

Die Ika, die noch nicht so lange bei uns lebt, ist noch nicht so weit, sich von uns berühren zu lassen. Aber mittlerweile springt sie uns schon auf den Oberschenkel. Man hat das Gefühl, dass die Keas den Kontakt zu uns eigentlich recht gern haben. Grundsätzlich werden sie zwar nicht so gern gestreichelt oder angegriffen, sie werden aber einfach gern beschäftigt. Und man kann ihnen viel beibringen, so dass sie ihre geistigen Fähigkeiten ausleben können.

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